Attaquen der hannoverschen Kavallerie
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des Barres, aufgefordert, feinen Degen abzuliefern, erwiderte treffend, daßer ihn selbst noch brauche. Kleine Teile der Infanterie wurden von ein-dringenden Reitern abgesprengt, aber die größeren, geschlossen bleibendenHaufen schlugen sich glücklich durch und stießen südlich Hennigsleben zuGeneral v. Flies, der um 4 Uhr nachmittags seine Abteilungen gesammelthatte, um in die alte Stellung von Warza zurückzukehren.
Die Hannoveraner folgten nicht über das Gefechtsfeld hinaus. Auchsie waren von der Hitze aufs äußerste mitgenommen. Nur das letzte Re-servebataillon der Brigade Knesebeck ging noch bis zum Siechhof vor, woes 1 Offizier und 185 völlig erschöpfte Mannschaften gefangennahm.
Drei in Thamsbrück eingedrungene preußische Kompagnien hatten bis4 Uhr noch ein Feuergefecht gegen eine hannoversche Seitenabteilung ge-führt und zogen dann auf Umwegen ab, um am andern Morgen beiWarza einzurücken.
Der preußische Verlust betrug an Toten und Verwundeten 41 Offiziere,772 Mann. 10 Offiziere und 868 Mann sollen in Gefangenschaft ge-raten sein. Die hannoversche Armee erkaufte ihren Erfolg mit einer Ein-buße von 102 Offizieren, 1327 Mann.
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Jhr Schicksal aber war besiegelt. Falckenstein hatte noch einmal den Befehldes Königs erhalten, unter Benutzung der Eisenbahn nach Erfurt abzurücken,die Hannoveraner sosort anzugreifen und sie zur Entwaffnung zu zwingen.Er glaubte sie auf Grund der ihm vorliegenden Nachrichten im Rückzügenach Nordhausen und wies Manteuffel an, ihnen die Wege um undüber den Harz zu sperren. Der Befehl zum Angriff wurde nachts wieder-holt, als der Ausgang des Gefechts von Langensalza in Berlin bekanntwurde. Goeben, der dazu am nächsten bereit stand, war durch erneuteGerüchte über das Anrücken der Bayern in seiner Stellung bei Vacha fest-gehalten worden. Erst in der Nacht zum 28., als auch ihm Kunde von demUnfall von Langensalza zukam, setzte er mit der Eisenbahn Verstärkungennach Gotha in Bewegung. Ein unmittelbar an ihn gerichteter BefehlMoltkes trug ihm die Unterstützung des Generals v. Flies auf, da inBerlin bekannt geworden war, daß sich Falckenstein zur Ordnung der Ver-waltung von Kurhessen nach Kassel begeben hatte.
Der König von Hannover beabsichtigte für den 28. einen erneutenAngriff gegen die Fliesschen Truppen und den Durchbruch, der Erfolghaben konnte, da die unter Manteuffels Befehl stehenden Kräfte noch weitzurück in der Gegend von Dingelstädt und Worbis standen. Aber dieNachricht vom Anrücken Preußischer Verstärkungen von Eisenach und Mühl-