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Hausen her sowie die Klagen seiner Generale über den Zustand derTruppen und Munitionsmangel bewogen ihn zur Nachgiebigkeit. Erwilligte in ein Anerbieten der Kapitulation, die auch in der Nacht vom28. zum 29. Juni abgeschlossen wurde. Die Hannoveraner legten Waffenund Kriegsgerät nieder und gingen in die Heimat. Den preußischenTruppen wurde für den 30. Juni ein Ruhetag gewährt. Dann wendetensie sich neuen Aufgaben zu.
Prinz Karl hatte, da er das Schicksal der Hannoveraner vorzeitig be-reits für entschieden hielt, und die bayerische Armee noch in der Versamm-lung zwischen Schweinfurth und Bayreuth begriffen war, das begonneneVorrücken wieder eingestellt. Das 8. Bundeskorps war noch viel zu un-fertig, als daß es hätte helfen können.
Zwischen beiden wurde nunmehr für die nächste Zeit ein Vorgehen aufHersfeld vereinbart. Die Nachricht von einem entscheidenden Siege derHannoveraner veranlaßte dann aber die Bayern noch zum Weitermarschgegen den Thüringer Wald , so daß sie sich von den Bundesgenossen ent-fernten und allein den Preußen gegenüberstanden, die sie auf 50000 Mannschätzten.
Die Vereinigung der preußischen Heere(S. Skizze 25)
In der sicheren Erwartung der Ablehnung des preußischen Ultimatumshatte General v. Herwarth schon am 15. früh den Befehl erhalten, tagsdarauf die sächsische Grenze zu überschreiten. Da die Sachsen am linkenElbufer standen, so versammelte er seine Armee gleichfalls am linken Uferund ließ noch in der Nacht Würzen und Niesa, nahe oberhalb Strehla besetzen. Die Zerstörung der von den Sachsen in Brand gesteckten höl-zernen Elbbrücke von Niesa konnte er leider nicht mehr verhindern. Am16. erfolgte der Einmarsch.
Im Gegensatze zu den Hannoveranern hatten die Sachsen, vom Kron-prinzen Albert befehligt, alle Vorbereitungen frühzeitig getroffen. Siestanden marschbereit bei Dresden und Wilsdruf, traten am 17. Juni anund gingen in zwei Kolonnen über Peterswalde und Altenberg nachBöhmen zurück. Die Benutzung der Eisenbahn wurde erst von Lobositz aus möglich, da das Kriegsministerium sie anfangs noch mit Verpflegungs-transporten in Anspruch nahm. Dann wurde ein Teil des Korps nachPardubitz verladen, der andere setzte den Marsch fort. Als am 22. Juni