Benedek bei Josesstadt
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die 2. leichte Kavalleriedivision, die ihre Aufgabe an der Grenze nunmehrerfüllt hatten, wurden zum 28. nach Josefstadt herangerufen.
Das Gefecht von Nachod am 27. Juni ^866(S. Skizze 26)
Um 1^/2 Uhr in der Nacht zum 27. erhielt Feldmarschalleutnant Ram-ming, der Kommandierende des 6. österreichischen Korps, Benedeks Befehlund bog beim Vormarsche von Opotschno über Neustadt gegen Skalitz ein.Daß Nachod schon von den Preußen besetzt sei, erfuhr er nicht. Er wußtenur, daß sie dorthin im Anmarsch wären.
Sein Korps bestand aus den 4 Brigaden Waldstätten, Hertwek, Nosen-zweig, Jonak, jede 7 Bataillone, 1 Batterie stark, dem Clam-Gallas-Ulanenregiment und der Geschützreserve von 6 Batterien.
Die Brigaden Hertwek und Jonak sollten mit den Ulanen bis Wrchowinzusammen vorgehen, Hertwig sodann auf Wysokow, Jonak auf Kleny ab-biegen. Die beiden andern Brigaden mit der Geschützreserve wurden an-fänglich nach Skalitz bestimmt, die Brigade Rosenzweig aber, als dieNachricht von der Räumung von Nachod eintraf, auch noch nach Klenygewiesen. So stand das Korps in drei Staffeln hintereinander auf derAnmarschlinie des Gegners.
General v. Steinmetz, der Kommandierende des preußischen 6. Korps,hatte die 17. Jnfanteriebrigade, das Dragonerregiment 4 und 2 Batterienunter General v. Loewenfeld, dem Kommandeur der 9. Division, in dieAvantgarde genommen. Die andere Brigade der 9. und die 10. Division,General v. Kirchbach, folgten als Gros. Das Dragonerregiment 8 vom6. Armeekorps kam gleichfalls heran und wurde mit dem Kavallerieregimentder 10. Division, den 1. Ulanen, zu einer Brigade unter General v. Wnuckvereint. Der Vortrab der Avantgarde, der am Abend vorher Nachod be-setzt hatte, traf am 27., schon morgens 8 Uhr, von Altstadt kommend, andem Punkte ein, wo sich die beiden Chausseen nach Skalitz und Neustadttrennen. Dort erfuhr der Führer den Anmarsch der Österreicher vonSüden her. Die Avantgarde, die eben bei Altstadt eingetroffen war,wurde nun links aus der Straße heraus nach dem steilen waldigen Höhen-zuge vorgezogen, der von Wysokow in südöstlicher Richtung langgestrecktansteigt. Dort wollte General v. Loewenfeld den Feinden den Weg ver-legen. Einstweilen nahmen Teile des Vortrabs — nur ein Bataillon,eine halbe Jägerkompagnie und eine Batterie — auf der Höhe über demDorfe Wenzelsberg Stellung. Die schwache Abteilung hatte, kaum auf
grhr. v. d. Goltz, Kriegsgeschichte II 19