Zusanimeiistvß am Gebirgsausgang
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Infanterie grundsätzlich in dieser Formation fechten ließ. Das hier er-schienene Bataillon aus dem zweiten österreichischen Treffen wurde südlichauf Sochors zurückgeworfen. Nicht besser ging es den beiden anderenBataillonen dieses Treffens, die General v. Hertwek zum zweiten Angriffvorführte, die aber unter schweren Verlusten abgewiesen wurden, da aufder Höhe mehr und mehr Verstärkungen bei den Verteidigern eintrafen.Der Stoß der Brigade Hertwek war gescheitert; sie wich stark erschüttertund geschwächt auf Schonow zurück. Der erste Akt des Gefechts warvorüber.
Noch aber war die Avantgarde — 6 ^ Bataillone, 5 Eskadrons, 2 Bat-terien — dem weit überlegenen Feinde allein gegenüber. General v. Loewen-feld entwickelte sie zwischen dem Wäldchen nördlich Wenzelsberg und derHöhe über Sochors So sicherte er zugleich die Skalitzer und die Neu-städter Straße. Eine Gefechtspause trat ein; dann folgte die Krisis desGefechts.
Feldmarschalleutnant Ramming führte die Brigaden Jonak und Rosen-zweig von Schonow und Prowodow aus gegen die lichte preußische Linievor. Die Brigade Waldstetten sollte von Skalitz gegen Wysokow zur Um-fassung des preußischen rechten Flügels herankommen, 5 Eskadrons vonder Kavalleriedivision nahmen auf der Höhe östlich Kleny Stellung. DieGeschützreserve hatte der schlechten Wege halber noch nicht eintreffen können.
Um 10^/z Uhr vormittags begann der Angriff der vor der Front ent-wickelten 14 österreichischen Bataillone, denen sich noch 2 der BrigadeHertwek anschlössen. 16 Bataillone gegen wenig mehr als 6 preußischewaren eine Überlegenheit, die sich fühlbar machen mußte. Die preußischeLinie wurde am Ende auf beiden Flügeln unifaßt und den Hang hinaufzurückgedrückt. Erst an der Neustädter Chaussee und dem Waldrandehielt sie wieder stand. Ein neuer Vorstoß von 8 österreichischen Ba-taillonen gegen diese zweite Stellung wurde unter schweren Verlusten zu-rückgewiesen. Feldmarschalleutnant Ramming hielt seine Truppen an.
Auf dem rechten preußischen Flügel war inzwischen die KavalleriebrigadeWnuck eingetroffen und warf sich den von Kleny eben anreitenden Schwa-dronen entgegen. 1 Eskadron 4. Dragoner von Loewenfelds Avantgardeschloß sich ihnen an. Nach längerem hin- und herwogenden Kampfe wur-den die Österreicher geworfen und verloren 2 ihrer Standarten. Siewichen bis westlich Wysokow zurück.
General v. Wnuck sammelte seine siegreiche Brigade wieder auf demrechten Flügel. Jetzt erschienen auch, freilich bei der glühenden Hitze aufsäußerste erschöpft, die vordersten Truppen vom Gros des Korps. Sie
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