Beginn der Kämpfe an der Aupa
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Das Gefecht von Trautenau am 27. Juni ^366(S. Skizze 27)
Wie das S., so war auch das 1. preußische Armeekorps am 27. Juni frühdurch das Gebirge vorgegangen, und zwar in 2 Kolonnen von Liebau undSchömberg aus. Die Anordnung des Marsches war keine zweckmäßige.Die 1. Division unter General v. Großmann hatte die Richtung aufTrautenau erhalten; von dort ab sollte die 1. Brigade die Avantgarde beimWeitermarsch auf Pilnikau übernehmen, hinter ihr die auf Parschnitz mar-schierte 2. Division sich als Gros einschicken und dieser wieder die 2. Brigadeder 1. Division als Reserve folgen. Diese Künstelei strafte sich bald.
Die 2. Division traf schon um 3 Uhr bei Parschnitz ein, die Spitze der1. Division, infolge fehlerhafter Maßregeln, erst um 10 Uhr bei Trautenau .Die 2. Division hatte feindliche Kavallerie bei Trautenau getroffen, abernichts getan, sich aufzuklären, da sie dies für eine Aufgabe der Avantgardehielt. Ja, sie hatte nicht einmal den die weitere Marschstraße zur Linkenbegleitenden steilen Höhenrand, der Parschnitz sowohl wie Trautenau be-herrschte, zu besetzen für nötig erachtet.
So kam es, daß dieser Rand noch vor Beginn des Gefechts in Besitzder Österreicher gelangte. Feldmarschalleutnant Baron Gablenz, Befehls-haber des 10. österreichischen Korps, das, wie bekannt, zwischen Josefstadt und Schurz stand, hatte nämlich der von ihm nach Pransnitz vorge-schobenen Brigade Mondel befohlen, um 8 Uhr früh Trautenau zu besetzen,da ihm das Erscheinen preußischer Truppen im Braunauer Lündchen be-kannt geworden war.
Oberst Mondel erhielt auf dem Vormarsch bei Hohenbruck von den ander Grenze stehenden Windischgrätzdragonern Meldung, daß eine starkepreußische Kolonne auf Trautenau im Anmarsch sei. Er trug daher Be-denken, die tief im Aupatale gelegene Stadt zu besetzen und entwickelteseine Brigade auf den beherrschenden Höhen des Hopfen-, Kapellen- undGalgenberges, jetzt Gablenzberg genannt, in 2 Treffen. Die Batterie bliebunter dem Schutze eines Bataillons weiter zurück bei Hohenbruck, dieWindischgrätzer sicherten den linken Flügel. So stand er fast 2 Stundenlang unmittelbar vor der 2. preußischen Division. Beide scheinen von-einander nichts gewußt zu haben.
Als nun die 1. preußische Brigade, die mit einer Seitenkolonne überSchatzlar gegangen war, in Trautenau einrückte, erhielt sie in den engenStraßen unerwartet Feuer von den Höhen aus. Die Kompagnien ent-wickelten sich bei der Überraschung meist selbständig gegen diese und bildeten