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letin stehen bleiben, das 10. hinter die Front nach Dubenetz zurückgehen.Kronprinz Albert wurde benachrichtigt und angewiesen, sich „unter Ver-meidung größerer Gefechte" heranzuziehen — eine Weisung, die meist nichtzum Guten führt.
Aus diesen Befehlen, die noch Abänderungen erfuhren, ergab sich fürdie Armee ein neuer Tag großer Anstrengungen mit Kreuzungen, Aufent-halt und Stockungen aller Art. Ein Teil der Truppen hatte den Marschschon, den älteren Befehlen entsprechend, angetreten und machte Umwege;einige erreichten erst am anderen Morgen ihr Ziel. Zudem ließ der rührigeFeind auch diese Bewegung nicht ohne Störung geschehen.
Das Gefecht von 5chweinschädel am 29. Juni l.366(S. Skizze 29)
Kronprinz Friedrich Wilhelm wollte die II. preußische Armee am 29. Juniin der Linie Gradlitz —Pilnikau vereinigen, um die Elblinie anzugreifen,sobald die I. Armee näher heran war.
Freilich hatte das 4. österreichische Armeekorps, das dem 10. tags zu-vor eine seiner Brigaden hatte zusenden müssen und nur drei stark war,seine Nachhutstellung nach den ersten Benedekschen Befehlen noch einnehmenkönnen. Sie lag bei Schweinschädel , eine halbe deutsche Meile westlichSkalitz, zwischen dem Aupatale und dem steil eingeschnittenen Schwarzbach,etwas tief, aber sonst nicht unvorteilhaft. General v. Steinmetz, der beiSkalitz gegenüberstand, marschierte nun am Nachmittage, dem Befehl desOberkommandos entsprechend, rechts über Zlitsch ab und ließ auf dergroßen Straße nach Jaromer und Josefstadt den Österreichern nur die20. Brigade folgen. Diese eröffnete, über Trzebeschow vorgehend, dasGefecht. Ihr vorderes Regiment zwang vorgeschobene österreichische Bat-terien, trotz ihrem heftigen Feuer, zum Zurückgehen in die Hauptstellung.Dann zog sich die ganze Brigade in dem tiefen Einschnitte des Walowski-baches nordwärts bis nahe an Miskoles und entwickelte sich dort mit derFront gegen Südwesten, neben ihr links die sie begleitende Kavallerie-brigade Wnuck. Von der nach Gradlitz marschierenden Hauptkolonne bogGeneral v. Kirchbach mit der 19. Jnfanteriebrigade und 5 Batterien, demGeschützdonner folgend, auf schwierigen Engwegen nach Miskoles ab, ließseine Artillerie auffahren und ging zum Angriff gegen Schweinschädel vor.
Die Österreicher standen mit der Brigade Erzherzog Josef rechts, mitder Brigade Pöckh links von Schweinschädel , die Brigade Brandensteinhinter Pöckh, starke Artillerie in der Front. Der Kommandierende, Feld-