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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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308
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zgg VI. Die Kämpfe um Deutschlands Einigung

marschalleutnant Graf Festetics, hatte zwar den zweiten Befehl Benedeksmit der Weisung, sich nicht in nutzlose Gefechte einzulassen, schon erhalten,wollte jedoch, um seine Truppen nicht zu entmutigen, wie Louis Ferdinand bei Saalfeld erst einen Angriff zurückweisen und dann abmarschieren. Daslief auch hier übel ab.

Wieder kam es zu einem Vorstoße aus der Front heraus den Preußen entgegen. Das war gerade das Richtige, um die Wirkung des Zündnadel-gewehres zur Geltung zu bringen. Im Handgemenge wurde das zer-trümmerte Regiment Erzherzog Josef zurückgeworfen. Es verlor an diesemTage 29 Offiziere, 1114 Mann und 1 Fahne. Die Preußen das In-fanterieregiment 46 drängten nach. Die zur Verteidigung eingerichteteMeierei am Nordende von Schweinschädel fiel in ihre Hand. Auch ausdem Wäldchen und der Schäferei westlich davon wurde die Brigade Pöckhgeworfen, am Ende Sebuc genommen und behauptet.

Nun zog das österreichische Korps, dem Armeebefehl entsprechend, aberum 39 Offiziere, 1411 Mann geschwächt, nach Salnai ab. Das S. preußischeKorps marschierte verspätet bis Gradlitz, wo es in der Nacht eintraf.

Das Gefecht von Aöniginhof am 29. Juni ^866

Mit geringem Verluste gewann unterdes die Garde den Übergang vonKöniginhof. Als Gablenz am 29. von Neuschloß abrückte, sandte er dieBrigade Wimpffen, die tags zuvor nicht gefochten hatte, dorthin voraus;denn seine Straße trat ebenda für eine Strecke auf das linke Ufer über.Die Brigade kam noch durch, ebenso das Gros des Korps, bei dem sichauch die Brigade Fleischhacker vom 4. Korps befand. Diese ließ das Re-giment Coronini zur Deckung des Überganges am Nordausgange der Stadtzurück. Die Spitze der preußischen Garde fand es bei ihrem Herankommennoch vor. Die beiden vordersten Bataillone griffen sofort an, brachtendem Gegner einen Verlust von 23 Offizieren, 597 Mann, 1 Fahne beiund warfen ihn über die Elbe zurück Die Brücke geriet in die Gewaltder Preußen , die nur 2 Offiziere, 68 Mann einbüßten. Sie gingen abernicht weiter vor, da der Angriff auf die Höhen hinter der Elbe aufgeschobenwurde. Die beiderseitigen Batterien kanonierten bis zum Abend über dasElbtal hinweg. Die Garde bezog ihr Lager bei Königinhof.

Das Gefecht von Gitschin am 29. Juni 1.366(S. Skizze 30)

Prinz Friedrich Karl wollte seine Truppen am 29. Juni, abgesehen vonder Rechtsschwenkung, ruhen lassen, um die Verpflegung zu regeln, die