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das 5. zwei Stunden später nach Choteborek, östlich Groß-Bürg-litz. -
Bei der Elbarmee, die 12^ Uhr nachts den Befehl des Prinzen Frie-drich Karl erhielt, glaubte man nicht an einen Vorstoß der Österreicher,sondern daran, daß sie die Bistritz halten wollten. General v. Herwarthordnete den Aufbruch für 3 Uhr früh an und wollte mit der 15. und16. Division auf Nechanitz, mit der 14. auf Lodin, dicht westlich Sucha,vorgehen. Die Reserveartillerie sollte nach Nechanitz, die Gardelandwehr-division gegen Neu-Bidschow folgen. Der Angriff galt dem linken Flügelund der Flanke des Feindes.
Alle Teile der preußischen Armee in Böhmen erhielten, dank der tüch-tigen Arbeit des Generalstabes, nachts noch rechtzeitig die Befehle, um imLaufe des 3. Juli zur Stelle sein zu können.
Auch Benedek hatte, nachdem er um 4 Uhr nachmittags dem Kaiser ge-meldet, „daß er einen weiteren Rückzug nicht notwendig zu haben hoffe",noch Nachrichten erhalten, die einen preußischen Angriff wahrscheinlichmachten. Der Kronprinz von Sachsen meldete die Annäherung des Gegnersbei Nechanitz und bat um Verhaltungsmaßregeln. Jedenfalls standen feind-liche Vorposten bereits nahe vor den österreichischen Stellungen. Noch inder Nacht wurden daher Befehle für eine am 3. Juli möglicherweise be-vorstehende Schlacht erlassen. Die Bearbeitung währte jedoch bis 2 Uhrmorgens, und erst zwischen 4 und 5 Uhr früh waren sie in den Hän-den der Truppen.
Die Schlacht von Röniggräh am 3. Iuli 1^866(S. Skizze 31)
Der Feldzeugmeister hatte angeordnet, daß die Armee sich auf den Höhenvon Chlum und Problus mit zwei verschiedenen Fronten aufstellen solle.Die eine davon war nach Westen gegen die Bistritz gerichtet und reichtevon Lipa westlich Chlum, etwas über 5 Kilometer lang, bis zur StraßeLubno—Niederprim hinab. Sie war bestimmt, die Verteidigungslinie gegendie I. preußische Armee und die Elbarmee zu bilden. Die andere Frontschloß sich, nach Norden gewendet, bei Lipa an die Hauptfront an, setztesich von dort, an Chlum und Nedelist nördlich vorüber, bis zur Elbe nachLochenitz fort. In dieser 4'/, Kilometer messenden Linie svllte dieII. preußische Armee abgewehrt werden. Im Mittelpunkte des so gebil-deten Halbkreises wurden die Reserven angehäuft, nicht weniger als 2 Armee-korps, 3 Kavalleriedivisionen und die Artilleriereserve der Armee. In der