Vorbereitungen für Überschreitung der Grenze
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Als der übereilte Transport der Franzosen an die Grenze Vorsicht unddie Zurückverlegung der Ausladepunkte für die II. Armee gebot, und da-mit ohnehin Zeit verloren ging, ersetzte diesen Plan der Entschluß, alleKräfte der I. und II. Armee abzuwarten und dann erst mit 10, stattnur mit 6 Korps, in größerer Breite über die Mosel vorzubrechen, wäh-rend die gleichfalls stärker gewordene III. Armee in dem Raum zwischender II. Armee und dem Rhein die elsässische Grenze überschritt.
Sie sollte den Reigen eröffnen, da sie vor dem allgemeinen Vormarschnach Westen erst noch ihre Aufgabe im oberen Elsaß zu erfüllen hatte.Als sie am 3. August, freilich noch ohne Fuhrwesen, am Klingbach südlichLandau bereit stand, erhielt sie Befehl mit dem Einbruch zu beginnen.
Die II. Armee war inzwischen aus dem Rheinwinkel bei Mainz imVormarsch durch das Pfälzische Gebirge und die Waldzone von Kaisers-lautern gegen die Saar bei Saarbrücken und Saargemünd . Weit vorauseilten ihre beiden Kavalleriedivisionen, vom Prinzen Friedrich Karl nachnapoleonischer Art verwendet, an die Saar , um die herankommenden Heer-säulen dem Auge des Feindes zu entziehen.
Die I. Armee begann, sich zu gemeinsamem Handeln mit der II. linksgegen Lebach heranzuziehen. Für den Saarübergang beider Heere war der9. August ausersehen.
Die Anstrengungen waren beim Marsch durch die Pfalz in Regenwetter,Wärme und auch zum Teil auf schwierigen Wegen bedeutend, der Marschver-lust nicht gering. Namentlich hatte die II. Armee mancherlei Beschwerdenbeim Durchzuge durch die Bergenge von Kaiserslautern zu ertragen, diewährend der Rheinfeldzüge mehrfach der Schauplatz ernster Kämpfe ge-wesen war. Aber die Stimmung der Truppen war vortrefflich, und wassie von dem kleinen Scharmützel bei Saarbrücken hörten, hob ihre Zu-versicht.
Die Aäinxfe an der Grenze
Das Treffen von N)eißenburg am August 1.370(S. Skizze 38)
In vier Kolonnen überschritt am 4. August die III. Armee den südlichdes Klingbachs gelegenen Bienwald. Gelang es ihr, Mac Mahon , der imElsaß befehligte, rasch genug zu beseitigen, um rechtzeitig die obere Saarbei Saaralben und Finstingen zu erreichen, so konnte sie am 9. gemeinsammit den beiden andern Armeen gegen die französische Hauptmacht inLothringen vorgehen. Die II. Armee hätte diese in der Front angegriffeil