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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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VIII. Der Krieg von 1870/71

aller Physischen und moralischen Kräfte folgen mußte, und es geschah nichtsEntscheidendes. Moltke hatte den Angriff sogleich fortsetzen wollen, amEnde aber der Gewalt der Umstände weichen und verzichten müssen.

Seit 6 Uhr früh befand sich der König bei Prinz Friedrich Karl undritt das leichenbedeckte Schlachtfeld ab, umgeben von den beiden Stäben.Berichte, Meinungen und Vermutungen wurden ausgetauscht. Die Zeitverging; an gründliche Aufklärung dessen, was vor der Front geschah,wurde nicht gedacht. Vielleicht wartete jedes Hauptquartier auf die An-ordnungen des anderen.

Inzwischen hatten sich, vom rechten Flügel abgezählt, das 7., 3., 9., 3.,10., 12. und Gardekorps in einer von Vaux bis südwestlich Mars-la-Tourreichenden Linie mit dem Gesicht nach Norden aufgestellt bei ihnenrechts die 1., links die 6. und 5. Kavalleriedivision. Rückwärts bei Pontä Mousson traf heute das 2. Armeekorps ein. Das 1. Korps mit der3. Kavalleriedivision überwachte Metz am linken Moselufer.

Noch am 16. August hatte Moltke beide Armeen darauf hingewiesen,einen möglichst großen Teil der feindlichen Streitkräfte nach Norden abund womöglich über die Grenze zu drängen. Der Grundgedanke für dieFührung des Feldzuges ward ihnen als Richtschnur gegeben. Den Befehl,den er jetzt um 1"/^ Uhr gegen 2 Uhr nachmittag in der Ungewißheitüber den Verbleib und die Absichten des Gegners erließ, entsprach diesemGedanken. Die II. Armee sollte am 18. August, in Staffeln vom linkenFlügel beginnend, zwischen Gorze und dem Ironbache nach Norden vor-gehen, das 3. Korps diese Bewegung rechts begleiten, das 7. sie gegenStörungen von Metz her bewahren.

So war diese ganze große Heeresmasse bereit, den Feind, wenn er aufder nördlichen, nach Westen führenden Straße im Abmärsche betroffenwürde, sogleich anzugreifen oder gegen Metz hin rechts einzuschwenken, fallser noch dort stünde.

Das 4. Armeekorps und die bei ihm befindliche Gardeulanenbrigadewurden in der Bewegung gegen die Maas belassen.

Der König kehrte am Nachmittage nach Pont ä Mousson zurück; PrinzFriedrich Karl nahm sein Quartier im Weiler Buxieres südlich Tronville,

Wieder folgte eine ruhige Nacht.

Die Schlacht von GravelotteSt. privat am August ^370

(S. Skizze 44)

Die Armeen standen am Morgen des 18. August in einer seltsamenStellung einander gegenüber, nämlich die französische zwischen Noncourt