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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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450 VIII, Der Krieg von 1870/71

Am 30. sollte die ganze Armee hinter den Fluß folgen. Der Marschallwollte ihn zwischen sich und den Feind legen, statt diesen anzugreifen undzu schlagen, was seinem Wagnis allein die Möglichkeit des Gelingensverhießen hätte.

Schon waren aber die Deutschen nahe heran, nämlich die Sachsen beiNouart, wo es am 29. zu einem Reitergefecht kam, und die Garden beiBuzancy, das 4. und 2 Korps der III. Armee unfern dahinter. OhneKampf konnte der Übergang nicht mehr bewerkstelligt werden.

Die Schlacht von Beaumont am 20. August ^370

(S. Skizze 46)

Am 30. sollte die deutsche Maasarmee auf Beaumont, die III. Armeelinks daneben in dem Raume zwischen Beaumont und Le Chesne vorgehen.Mac Mahon wollte den Maasübergang am 30. vollenden. Das 1. Korpsmit der Kavallerie gelangte auch in der Frühe glücklich bei Remillyans rechte Ufer, der Marsch des 7. auf Mouzou verzögerte sich durchdas Mitschleppen zahlreichen Fuhrwerks. Er wurde durch preußische Ka-vallerie gestört und schließlich, als der Kanonendonner von Beaumontsich hören ließ, auch noch auf Remilly abgelenkt.

Das 5. Korps de Failly, das am meisten erschütterte, wenn es auchnoch keine Schlacht geschlagen hatte, war am 29., da ihm zugegangeneBefehle abgefangen wurden, in die Irre marschiert und erst in der Nacht,ja teils erst am Morgen an seinem neuen Marschziel, Beaumont, ange-langt. General de Failly mußte daher erst rasten und abkochen lassen.Er lagerte noch nachmittags 1 ^ Uhr dort, ohne daß, trotz der Nähe desFeindes, hinreichende Sicherheit geschaffen war. Unerwartet wurden diesorglosen Truppen daher von den Granaten preußischer Geschütze aus ihrerBeschäftigung aufgestört. Aus den Wäldern südlich Beaumont trat daspreußische 4. Korps heraus; rechts daneben an der Maas gingen dieSachsen vor, die Garde folgte.

Die Franzosen faßten sich freilich schnell, entwickelten dichte Schützen-schwärme und überschütteten die Erscheinenden mit ihrem weitreichendenChassepotfeuer. Sie gingen ihnen sogar brav im Angriff entgegen, wur-den jedoch zurückgeworfen, und die nachstürmenden Preußen drangen inein Lager südlich des Städtchens, dann in dieses und endlich auch in dasLager nördlich davon ein. 7 Geschütze wurden erobert; dann folgte eineGefechtspause.

Mittlerweile entfaltete das 4. preußische Korps seine gesamte Artillerie