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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Mac Mahons Abmarsch nach Nordosten

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Der Kronprinz von Sachsen trat den Marsch auf Varennes ohne wei-teres schon in der Frühe an. Die Kavallerie traf bei Grand Pre aufTeile der französischen Armee. Der Vorhang lüftete sich. Die Maas-armee erhielt nunmehr Befehl, den Marsch nordöstlich fortzusetzen, diebeiden bayerischen Korps sollten ihr folgen; die preußischen der III. Armeeauf St. Menehould marschieren. Prinz Friedrich Karl erhielt Auftrag,zwei seiner Korps nach Damvillers in Bewegung zu setzen, um sich MacMahon vorzulegen. Selten sind in ungewisser Lage alle Anordnungengleich vorsichtig und doch sicher und schnell genug getroffen worden, wiees hier im großen Hauptquartier in Bar-le-Duc geschah.

Mac Mahon war am 26. nur wenig vorwärts gekommen. Das Er-scheinen der deutscheu Kavallerie machte ihn stutzig.Er besaß nur nocheinen Tag Vorsprung und hat ihn verloren" rief der KriegsministerPalikao aus, als er erfuhr, daß der Marschall noch bei Le Chesne stünde.

Am 27. schwanden für die Deutschen alle Zweifel. Die Lager derfranzösischen Armee waren am Abend vorher östlich Vouziers entdecktworden. Moltke, der schon geglaubt hatte, den Feind nur uoch am rechtenMaasufer einholen und etwa in der Gegend von Damvillers zur Schlachtzwingen zu können, erkannte, daß er die Maas noch gar nicht erreichthabe. Sofort entschloß er sich zum Angriff am linken User. Das Wildwar gestellt, und das Treiben begann mit voller Kraft. In der Gegendvon Reims wurde nichts mehr verspürt. Das große Hauptquartier gingnordwärts nach Clermont-en-Argonne. Auf die Unterstützung durch dieEinschließungsarmee von Metz wurde verzichtet, der Vormarsch der ge-samten Maas - und III. Armee gegen die neue Front BeaumontLe Chesnewurde befohlen und vollzog sich mit einer für den Feind unheilvollenPünktlichkeit.

Mac Mahon wich weiter nördlich aus. Am 27. August abeuds ver-zweifelte er an der Vereinigung mit Bazaine, von dem er noch keine Nach-richt hatte, den er also noch bei Metz vermuten mußte. Er entschloß sichzur Rückkehr nach Mezieres und meldete dies dem Kriegsminister. EinBefehl aus Paris , der die Verstärkung durch ein neues Korps Vinoyin Aussicht stellte, stimmte ihn wieder um. Der Marsch auf Montmedyund Carignan ward beschlossen. Die am 28. schon eingeschlagene Rich-tung auf Mezieres wurde verlassen, und die Gegend von Stonne, zwischenBeaumont und Le Chesne erreicht. Die Armee, die in energischen Gewalt-märschen dem Ziele hätte entgegeneilen müssen, drehte sich um sich selbstund kam kaum vom Flecke.

Am 29. ging das Korps Lebrun, das 12., bei Mouzon über die Maas .

Fr Hr. v> d, Goltz, Kriegsgeschichte II 29