Ducrots Durchbruchsversuch
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dem Schutze lebhaften Feuers der Forts sowie der Kanonenboote auf derSeine wichen die Franzosen gegen Paris zurück. Verspätet fand zu ihrerUnterstützung auf der andern Seineseite noch ein Ausfall gegen das6. Korps statt.
Auch auf der Nordfront wurde gefochten, aber auch hier nur zum Schein.
Der Hauptstoß erfolgte an anderer Stelle, nämlich gegen den rechtenwürttembergischen Flügel zwischen Brie-sur-Marne und Champigny über dieMarnehalbinsel von Joinville hinweg. Das 1. und 2. frauzösische Korpsgingen hier vor, denen nur zwei württembergische Brigaden gegenüberstanden.Das 3. Korps Ducrots rückte nördlich der Marne an, um den Ver-teidigern über Neuilly und Noisy-le-Grand in die rechte Flanke und denRücken zu kommen, zugleich auch die Sachsen festzuhalten. Aufangs ge-dachte General Ducrot das Eingreifen dieses Korps abzuwarten. Da dessenVormarsch sich aber langsamer als angenommen vollzog, so befahl er um11 Uhr den allgemeinen Angriff der beiden andern Korps. Auf derganzen Halbinsel entwickelte sich nunmehr ein lebhafter Kampf. Cham-pigny ging in den Besitz der Franzosen über; darüber hinaus vorzudringenmißglückte unter dem starken Feuer der deutschen Artillerie. Die hierfechtende französische Division wurde sogar am Ende zum Rückzüge ge-zwungen. Um Villiers wurde heftig gefochten.
General Ducrot beschloß, sich damit zu begnügen, daß er festen Fußauf der Halbinsel Joinville gefaßt und den Höhenrand vor der deutschenStellung erstiegen hatte. Um diesen Besitz zu sichern, ließ er in der Front16 Batterien zusammenfahren und gedachte, am nächsten Morgen mitallen drei Korps erneut anzugreifen.
Mittlerweile aber hatte das 3. Korps Neuilly genommen. Statt jedoch überNoisy-le-Grand zu umfassen, schlug es bei Brie-sur-Marne zwei Brücken,bewerkstelligte dort um 3 Uhr nachmittags seinen Übergang auf das Süd-ufer und wendete sich gegen Villiers. Der dort schon ersterbende Kampfflammte wieder auf; doch gelang es den Franzosen nicht, den vielumstrittenen,von einer Mauer umgebenen Park zu nehmen. Die Dunkelheit machtedann dem Kampf ein Ende. —
Die Fortsetzung wurde am frühen Morgen des nächsten Tages allge-mein erwartet. Aus dem Großen Hauptquartier ergingen Befehle an das2. und 6. Korps, Verstärkungen nach der gefährdeten Stelle zu senden.Der Kronprinz von Sachsen versammelte bedeutende Kräfte des 12. Korpsauf seinem linken Flügel bei Chelles, sendete aber den Württembergerneinen Teil davon sogleich zur Hilfe. So waren am 1. Dezember schon dieMittel vorhanden, einem Durchbruch den ernstesten Widerstand entgegen-