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VII. Chirurgie, Augen-, Ohren-, Zahnheilkundc,
häutigen Labyrinthes studierte Friedrich E. R. Voltolini inBreslau (1819—1839), der sich auch als Laryngologe auszeichnete,indem er die von Middeldorpff entdeckte Galvanokaustik beiKrankheiten des Kehlkopses anzuwenden lehrte. Friedrich E. Weber-Liel (1832—1891) führte zuerst die Durchtreunung des Nnseulustsnsor r^mr<g.in ein, um gewisse Formen von Schwerhörigkeit unddamit verbundene Schwindelzustände zu verbessern und gründetemit Voltolini zusammen die „Monatsschrift für Ohren-heilkunde". Über den durch Ohrenkrankheiten hervorgerufenenSchwindel ist im Laufe der Jahre eine reichhaltige Litteratur ent-standen, nachdem Prosper Meniere (1799—1862) kurz vor seinemTode (1861) zu beweisen versucht hatte, daß durch hämorrhagischeEntzündungen in den halbzirkelförmigen Kanälen des Labyrinthesein charakteristischer Schwindel entsteht, dem eine Art von Schlag-anfall vorausgeht. Die bedrohlichen Erscheinungen der Bewußt-losigkeit gehen rasch zurück, nur bleiben hochgradige Schwerhörigkeitnebst subjektiven Gehörsempfindungen bestehen. Seine Theoriestützte er auf einen Sektionsbefund, der mit den von Flourens an den Bogengängen von Tieren angestellten Experimenten über-einstimmte. Von diesen Untersuchungen stammt der heute nochbestehende Namen: „Menierescher Schwindel". Weitere Ver-suche, welche Czermak und Goltz anstellten, brachten die Gewiß-heit, daß die Bogengänge eigentlich keine Gehörorgane sind, sondernSinnesorgane sür die Erhaltung des Gleichgewichtes des ganzenKörpers. Die Meniöresche Theorie blieb nicht unwidersprochennnd andere Experimentatoren, wie Böttcher und B. Baginsky führten die Schwindelerscheinungen und das Erbrechen auf einemit der Verletzung der halbzirkelsörmigen Kauäle gleichzeitig er-folgende Laesion des Gehirnes und auf einen Plötzlichen Abflußder Cerebrospinalflüssigkeit zurück.
Es würde zu weit führen, wenn wir die Gründe, welchegegen die Aufstellung der Meniereschen Krankheit aufgezähltworden sind, weiter verfolgen wollten, so interessant auch die Sachean sich ist. Zu vergessen ist nicht, daß der schon oben citierteOtologe Weber-Liel auch ein Ohrenmikroskop erfunden hat, mitdem es geliugt, die Schwiugnngen des Trommelfelles unter IS facher