Zgg VII. Chirurgie, Augen-, Ohren-, Zahnheilkunde.
Schwartze als unbegründet wieder verlassen, so das; sie heutenur noch wenige Anhänger haben. — Daß man das Hörvermögendurch Hörrohre zu erhöhen sucht, ist schon eine alte Gepflogenheit:ein solches, welches wegen seiner Handlichkeit vielfach gebrauchtwird, hat Leiter erfunden. Das Audiophon von Rhodes isteine breite Kautschukplatte, welche beim Gebrauch an die Zähnegehalten wird und wenig auffällt, weil man dem Instrument dieForm eines Fächers geben kann. Aus ähnlichem Principe beruhtPaladiuos „Fonifero". — Der Vollständigkeit wegen hättenwir noch die auäition eolorse zu erwähnen, eine höchst eigen-artige Erscheinung, bei welcher die betreffenden Menschen beimHören bestimmter Töue bestimmte Farbenempfinduugeu habeu.Die erste diesbezügliche Beobachtung stammt von Sachs aus demJahre 1812, später schrieb Nußbaumer (1873) über diesen inter-essanten Gegenstand eine Abhandlung: „Über subjektive Farben-empfindungen, die durch objektive Gehörsempfindungenerzeugt werden". 1881 erschien eine sehr fleißige Arbeit vonBleuler und Lehmann; sie bezeichneil die auf Schalleindrückeerfolgenden Licht- und Farbenempfindungen als „Schallphotis-men", die auf Licht- und Farbenempfindungen erfolgenden Schall-empfindungen als „Lichtphotismen" und geben an, daß auchGeschmacks- und GernchsvhvtiSmen vorkommen können. —
Zum Schlüsse dieses Abschnittes Hütten wir noch der Taub-stummheit zu gedenken. Wir unterscheiden angeborene Taub-stummheit, wenn die Kinder von Geburt auf uichts hören uuderworbene Taubstummheit, weun sie erst später taub gewordensind und dadurch das Sprachvermögen verloren haben; es ist eineschon jahrhundertelang bekannte Thatsache, daß die Taubstummennicht stumm im eigentlichen Sinn des Wortes sind, sondern es nurwerden, weil sie nichts hören. Im allgemeinen ergiebt die Statistik,daß die Zahl der taubstumm Gewordenen größer ist, als die dertaubstumm Geborenen. Verantwortlich für die Affektion werdengemacht die verschiedenen Ohrenleiden und lokale Verhältnisse; eszeigt sich, daß die Taubstummheit in den gebirgigen Gegenden vielhäufiger vorkommt, als im Flachlande (die Zahlen schwankenzwischen 0,0 und 21,0 ans 10,000 Einwohner). Schmaltz erklärt