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äußerlich aus ihnen zusammengesetzt anzusehen sind. Darauf wirdsich dann erst eine Socialphilosophie bauen lassen, zu der unstrotz Stammler und Stein noch so gut wie alles fehlt; die bestenAnsätze dazu finden sich bei Simmel. Übrigens wird sich auchzwischen der alten Seelenlehre und dieser neuen Gescllschafts-psycholvgie kein Gegensatz herausbilden, es sind das nur zwei Teileeiner und derselben Gesamtdisciplin, die sich gegenseitig ergänzennnd doch nicht unabhängig voneinander gedeihen können.
Daß es überhaupt auf philosophischem Gebiet friedlich aus-sieht, hängt aber auch damit zusammen, daß zur Zeit keine führen-den Geister vorhanden sind. Weder Fechner, der der „Nachtansicht"des exakten Forschens eine phantastische „Tagesansicht" von derAllbeseelnng der Welt zur Seite stellt, noch der Filigranarbeiterund „Schwierigkeitenmachcr" Lotze, der ebenfalls mit der mecha-nischen Welterklärung eine idealistische Weltdeutung verbindet, aberdoch nur zu jener dnrch seine Lokalzeichentheorie etwas bleibendWertvolles beigetragen hat, sind als solche anzusehen. Statt dessenwird überall fleißig gearbeitet: in der Psychologie durch Wuudtund seine Schule in der exakt-experimentellen Weise der Natur-wissenschaft und im engsten Anschluß an sie und ihre Ergebnissennd Methoden. Die Logik als Methodenlehre hat er und nochvor ihm Sigwart iu Verbindung mit den übrigen Wissensgebietengesetzt; und die geschichtlichen Darstellungen des Ganzen oder ein-zelner Teile uud Vertreter der Philosophie versäumen es ohnediesnicht, diesen Zusammenhang aufzusuchen und nachzuweisen.
Ganz besonders aber zeigt sich der Zusammenhang zwischender Wissenschaft und dem sie umflutenden Leben darin, daß derVoluntarismus immer mehr Schule macht. Daß Knno Fischerdas Kantschc Ding an sich voluntaristisch dentet, ist schon erwähnt.Ganz besonders hierher gehören aber Wundt und Paulsen, vondenen der erstere die Welt geradezu als „die Gesamtheit derWillensthätigkeiten" bestimmt, der andere den Willen als die Ur-form seelischer Vorgänge ansieht uud ihn mit Schopenhauer nichtnur der ganzen organischen Welt, sondern auch „deu spontanenRegungen der unorganischen Körper" als Natnrkraft zu Gruudelegt. Darin zeigt sich wieder einmal, wie wahr das Wort Hegels