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Die deutsche Litteratur neunzehnten Jahrhunderts / Richard Moritz Meyer
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18501860.

sind auch die Glücklichsten. Wer mit den Großen der Welt gehtund die großen Unheilsmaschinen bedienen hilft auf kurze Zeitmag er selbst Vorteil ernten, Ansehn, Reichtum; schließlich ist docher der Betrogene, wie am Schluß desSchüdderump " der einedieser Wackeren, der Graf Basilides Connexionsky, es dem schändlichenBarbier gegenüber ausspricht.Des Innern stiller Frieden" wirdnicht durch äußere Güter erkauft. Freilich verschärft sich RaabesPessimismus mit den Jahren: anfangs ließ er die Realpolitikergern unterliegen, nachher bleiben sie triumphierend stehen: die Feindedes Idealssind nicht tot zu kriegen". Aber zu beneiden sind sienie. Ja, sie haben äußern Erfolg; aber was ist er? WahrerGenuß ist nur der der Hingabe an das Ideal. Deshalb hat Raabe,dem Heyse wünschte, er mögenicht nnr charakteristische Genre-bilder und bedeutsame Porträts hinstellen, sondern an einigentypischen Gestalten seinen Humor zur vollen Höhe sich auswachsenlassen", einmal wenigstens eine wirklich im großen Stil typischeFignr geschaffen: Pinnemann in denDrei Federn" (1865). Erist der Repräsentant der Verachtung des Ideals, der erbärmlichenSkepsis an dem einzigen wahren Gut der Menschheit.Allen En-thusiasmus, alle Begeisterung, jede schöne Täuschung mußte, mußtemir dieser Begleiter und Führer aus der Seele zerren, es war einMephisto, ein verneinender Geist und noch dazu, trotz aller Schlau-heit, ein roher, ungebildeter, alberner. Sein Witz war flach, falschnnd gemein . . . Diese halbgebildete Böswilligkeit, dieses impotenteGeifern der Nichtigkeit gegen das Wahre und Schöne, gegen jedeHoffnung und Opferlust, siud das Schrecklichste, was die Civilisationin ihrem Schoße erzeugt." Wer die Litteratur jener Jahre kennt,als die Verzweiflung über die Nackenschläge, die dem Völkerfrühlingvon 1848 folgten, als die Verbitterung der Konfliktsjahre undschließlich der rohe Taumel der Gründerjahre allen Idealismus,allen Enthusiasmus, jede schöne Täuschung zu ersticken drohten, derwird in Pinnemann einen bedeutsamen Typus entdecken. VonBodenstedts gutmütig-superklugem Abthun jedes höheren Schwungsbis zu Oskar Blumenthals snunischem Begrinsen jeder ernstenRegung, von der Lebensflucht Noauettes bis zu der Uusittlichkeitder Litteratur um 1875 wie hat sich Pinuemann entwickelt!Schade nur, daß diese Figur iu keinem der Hauptwerke Raabessteht; wir hätten sonst, was er uns trotz Heyses Mahnung schuldigblieb:seineu Siebenkäs", seinen Münchhausen: ein Werk, mit