stehenden unter abgeschlossener Allgemeinbildung verstanden,erheblich entfernt war. Die letzten Jahrzehnte haben darin,wie in der Schätzung geistiger Ausbildung überhaupt, inHamburg eine Änderung gebracht.
Albert Ballin ist auf einer jener Schulen ein keineswegshervorragender Schüler gewesen, zumal auch Schulfleiß nichtseine starke Seite war. Er hat, was ihm an praktischen Kennt-nissen in der Mathematik und namentlich der englischenSprache fehlte, später durch Privatstunden erfolgreich nach-geholt, so daß er das Englische in der Unterhaltung wundervollbeherrschte. Leine Liebhaberei in jungen Jahren war dieMusik. Auf dem Cello sollen seine Leistungen beachtenswertgut gewesen sein. Authentisch kann keiner seiner Freunde ausden letzten Lebensjahrzehnten das bestätigen, denn zur prakti-schen Ausübung ist er später auch in Mußestunden nichtmehr gekommen. Neben der Musik zogen ihn die schöne, diegeschichtliche und politische Literatur besonders an. Lein fabel-haft starkes Gedächtnis speicherte daraus einen großen Vorratauf. Seine zahllosen geschäftlichen Reisen lehrten ihn vielerMenschen Länder und Sitten kennen und ihr Wesen verstehen,mehr als Bücherweisheit ihm hätte geben können. So wurdeer im besten Sinne ein feingebildeter Mann, dem auch dieGabe des Wortes in Sprache und Schrift in hervorragenderWeise zur Verfügung stand, obwohl er mit manchem anderenVater das Schicksal teilte, daß Äufsatzleistungen, die er ge-legentlich für seine in dieser Hinsicht nicht begabte Adoptiv-tochter in ihren Schuljahren anfertigte, nicht gerade eine her-