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die Begründung einer neuen Linie an sich sondern die Schaf-fung eines „Kompensationsobjektes", durch dessen Wieder-aufgabe man von den Engländern einen anderen Vorteil —Zugeständnisse im Hamburger Verkehr — eintauschen konnte.Äußer diesem Plan hatte Ballin auch den Gedanken er-wogen, das englische Geschäft direkt anzugreifen und Zwls.hen-decker entweder von Liverpool über Havre oder von Plymouth über Hamburg zu nehmen. In England belächelte man diesenGedanken, weil man der festen Überzeugung war, daß keinenglischer Auswanderer ein deutsches Schiff benutzen würde.Als Gegenmaßnahme drohten die englischen Linien, sie würdenAuswanderer von Hamburg über England nach New Bork zumPreise von ein und einhalb Pfund Sterling nehmen. Dazukam es aber nicht, denn es fanden bereits im September 1886Verhandlungen in England zwischen Ballin und den englischenLinien statt, die Ende des Jahres eine Einigung im Gefolgehatten. Gegen das Aufgeben des Anlaufens in Skandinavien verstanden sich die Engländer zu einer Einigung über dasHamburger Platzgeschäft. Danach verpflichteten sich dieenglischen Linien, ihre Zwischendeckspreise von Hamburg aufM. 8Z,— brutto und L 2.10.-.— netto von Liverpool, Glas-gow oder London heraufzusetzen und in Hamburg ein „Clearing-Haus" unter der Leitung eines Vertreters der englischen Ge-sellschaften zu errichten, dem auch die Agenten der englischenLinien in Bremen unterstellt sein sollten, und das den Zweckhatte, durch Festsetzung bestimmter Anteile der einzelnenAgenten am Verkehr die Konkurrenz in Schranken zu halten,ferner Preise und Kommissionssätze zu vereinbaren. Die Mit-