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Eine Aufstellung über die Ergebnisse der ersten vier, in denJahren 1889 bis 1891 in Dienst gestellten Schnelldampferder Packetfahrt, die Ballin später einmal machen ließ, ergab,daß die Gewinne bis zum Jahre 189A einschließlich — dieserZeitraum schloß die verlustreiche Choleraperiode 1892/9Z ein— nicht einmal die Betriebskosten deckten, bis zum Jahre 1899einschließlich nicht ausreichten für eine 4 °/«ige Verzinsung derDurchschnittsbuchwerte der Schiffe. Allerdings — und das istdie andere Seite der Lache — bei einer Abschreibung, die denhalben Anschaffungspreis der Schiffe, einschließlich eines Um-baues (Verlängerung) der „Augusta Victoria", des ältestender Dampfer, getilgt hatte. Da man nun in den Abschreibungenbei den deutschen Reedereien, so auch bei der Packetfahrt, immersehr vorsichtig gewesen ist, so ergab sich dann auch später, beidem Verkauf dieser Schnelldampfer im spanisch-amerikanischenund im russisch -japanischen Kriege, ein sehr bedeutender Gewinn,der den Bau hochwertigen Ersatzmaierials („Deutschland ",„Amerika " und „Kaiserin Auguste Victoria") ermöglichte.Allerdings hat wohl kaum je ein Reeder mit dem Verkauf soschwieriger Gbjekte, wie alte Schnelldampfer es sind, eine sogeschickte und glückliche Hand gehabt wieAlbert Ballin. Übrigenshatte die Schnelldampferfrage noch eine andere wichtige Seite;ihre Wirkung für das Ansehen der Gesellschaft. Ballin selberhat es mir gegenüber einmal in die Worte gekleidet: „Die altenSchnelldampfer der Packetfahrt waren ja gewiß keine rentablenSchiffe, aber was haben sie für das Ansehen der Gesellschaftgetan!!" Sie stärkten die Anziehungskraft der Gesellschaft