Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
104
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getroffen. Anfang 189z konnte dann auch die Zwischendecks-beförderung in bescheidenem Auffange wieder beginnen undim Laufe des Jahres allmählich gesteigert werden. Aber dasKajütspublikum mied natürlich die Hamburger Dampfer, unddie Besetzung der Schnelldampfer war überaus traurig. ZumAnglück kamen im Sommer 189z abermals einige Cholera-fälle in Hamburg vor, und wiederum mußte der Lchnelldampfer-betrieb nach Wilhelmshaven verlegt werden. Das Iwischen-decksgeschäft wurde sodann durch eine strenge Absperrung deröstlichen Grenzen und eine von den Hamburgischen Behördenverfügte Sperre gegen russische Auswanderer stark beeinträch-tigt. Mit großer Tatkraft ging man trotz der geschäftlich kata-strophalen Folgen daran, Maßnahmen zu treffen, die den Aus-bruch einer ähnlichen Epidemie in der Zukunft verhüten sollten.Der Staat Hamburg begann eine durchgreifende Sanierungder Wohnungsverhältnisse und der Wasserversorgung derStadt, und im Zusammenarbeiten mit den Hamburgischen Be-hörden entwarf die Packetfahrt Pläne für den Bau der heutenoch als mustergültig betrachteten und ihresgleichen suchendenAuswandererhallen vor den Toren Hamburgs . Die Plänedafür entwarf der außerordentlich begabte, leider sehr frühverstorbene Hamburgische Architekt Thielen, der später einMeisterstück auch in der Schiffsausstattung auf dem Lchnell-dampferDeutschland " lieferte, und von dem auch die großeHalle auf der Hamburger Gartenbau-Ausstellung des Jahres1897 stammte, die in dem reichen Blumenschmuck einen un-vergeßlich schönen Eindruck machte.

Eine weitere folgenreiche Maßnahme war die von der