Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
121
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über Antwerpen stark begünstigte, weil er der billigste war,zum nicht geringen Nachteil der deutschen Häfen. Die deutschenReedereien waren dadurch gezwungen, dem Verkehr zu folgen,und der Hafen von Antwerpen gewann auch für sie eine großeBedeutung. Die Hamburg-Amerika Linie trug dem später auchdurch Begründung einer Filiale Rechnung.

Dem Eintritt in die Fahrt nach Brasilien und dem §a Platawar schon im Jahre 1899 die Aufnahme der Fahrt nachNordbrasilien und dem Amazonenstromvoraufgegangen,die später zu einem Konflikt mit der englischen Booth Lineführte, der aber im Jahre 1902 durch Verhandlungen vonBallin beigelegt wurde. In späteren Jahren gestaltete sich dasVerhältnis zu der Booth Line sogar sehr freundschaftlich, sodaß eine weitgehende Interessengemeinschaft hergestellt wurde,wobei die Booth Line in Hamburg durch die Hamburg-AmerikaLinie und diese am Amazonenstrom durch die englische Reedereivertreten wurde. Eine solche Interessengemeinschaft hatte zurVoraussetzung ein außerordentlich starkes gegenseitiges Ver-trauen, und Ballin hat daher diese Interessengemeinschaftgelegentlich auch als die idealste aller von ihm geschlossenenbezeichnet. Noch im Jahre 1900 folgte die Ausgestaltung deswestindischen Verkehrs durch eine Passagierfahrt nach Mexiko ,und ebenfalls im selben Jahre wurde ein anderes bemerkens-wertes Geschäft gemacht mit der Übernahme eines großenKontraktes für die Verschiffung von schwedischem Eisen-erz von den Häfen Narvik und Lulea nach Emden für diegroßen deutschen Eisenwerke im Westen. Für die Ausführungdieses Kontraktes wurden zweiLpezialschiffe in Auftrag gegeben.