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noch dazu zwei so großer Exemplare ihnen neu war. Wir waren allefroh, als wir vor dem Hause des Konsuls wieder anlangten und nacheiner gründlichen Reinigung den Tee uns munden ließen.
.Am l Z. März frühmorgens gingen wir vor Tsing tau
zu Anker. Äch war freudig überrascht von dem, was ich vor mir sah.Eine Stadt ist hier in unglaublich kurzer Zeit unter den schwierigstenVerhältnissen aus der Erde emporgewachsen!
In dem hübschen, aber sehr kalten Hotel „Prinz Heinrich" warWohnung für uns belegt, und am Nachmittage wanderten wir schondurch die vorläufig noch recht staubigen und teils unfertigen Straßenhinauf auf die Anhöhe, wo der stellvertretende Gouverneur und diehöheren Gffiziere sich angesiedelt haben. Wenn man auch zugebenmuß, daß bei dem bisher Geschaffenen die militärischen Bedürfnisseweit in den Vordergrund geschoben sind und die Bedürfnisse von Handelund Verkehr noch zu kurz kommen, so bleibt die Leistung doch eine ganzaußerordentliche, und jeder von uns, ganz besonders aber diejenigen,welche — wie der deutsche Generalkonsul Or. Knappe aus Lhanghai —den Grt vor zwei Jahren gekannt hatten, waren ebenso erstaunt wieerfreut über solchen Fortschritt.
Die ersten Tage in Tsingtau verliefen nicht anders als in denübrigen Plätzen. Tags viel Arbeit, abends Repräsentationspflichten.Ein anderes Gesicht nahm der Aufenthalt für mich aber an, als meinalter Gönner, der Feldmarschall Graf Waldersee, am Sonn-abend morgen mit dem Kriegsschiff „Kaiserin Augusts" eintraf. Erhatte seine Ankunft für 9 Uhr morgens angesetzt, und mit militärischerPünktlichkeit ging sein Schiff vor Anker. Ich hatte mich mit dem Gou-verneur zu seiner Begrüßung an Bord begeben, und der alte Herr warwirklich tief gerührt, als er mich wiedersah, da mein Erscheinen hierdraußen ihn offenbar wehmütig an die Heimat erinnerte. Der Zeld-marschall leidet sehr unter der Undankbarkeit feiner Stellung, und nachallem, was ich von ihm hörte, muß ich sagen, daß eine undankbarereAufgabe einem Feldherrn wohl niemals gestellt worden ist. Seine
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