1Z2
Tätigkeit wird auf der einen Leite von den Diplomaten und auf deranderen von der Uneinigkeit der Mächte gehindert, und so sitzt er daund muß, anstatt in frischer soldatischer Weise voranzugehen, Wortespalten und lange Konferenzen um die leersten Etikettenfragen abhalten.Er hätte es besser verdient!.
.Japan — wie wirkte es auf uns, die wir von dem kahlen
und kalten Norden Chinas kamen! Dort alles ernst und trübe, hierim lachenden Sonnenschein, von herrlich bewaldeten Höhen umgeben,ein prächtiger, sich bis ins Herz der Stadt hineinziehender, tiefer Hafen.Vor den Fenstern unserer Zimmer lagen die großen Postdampfer, lagenmächtige Kriegsschiffe, und auch unsere »Sibiria" hatte ihren Anker-platz so genommen, daß die Flagge der H.A.P.A.G. fröhlich zu unshinauf grüßte.
Daß Klima und Natur auf den Menschen einen großen Einflußüben, sieht man beim Japaner wie beim Chinesen; dieser immerernst und mürrisch, wenig geneigt, sich um andere zu kümmern, derJapaner dagegen lustig, geschwätzig und in überschwenglicher Höflichkeitden Fremden entgegenkommend. Dabei muß aber heworgehoben werden,daß die Ehrlichkeit der Chinesen, besonders der chinesischen Kaufleute,eine geradezu unantastbare ist, während den Japanern ein großes TeilVerschlagenheit und Mangel an Treue innewohnen soll, so daß dieeuropäischen Kaufleute sehr schlecht auf sie zu sprechen sind.
Die Frauen Japans sind uns aus dem Mikado" und der »Geisha"ja schon bekannt. Sie machen in der Tat einen außerordentlichsympathischen und gleichzeitig possierlichen Eindruck. Von den Frauenund dem Familienleben sieht der Fremdling in Japan in acht Tagenmehr, als er in ebenso vielen Jahren in China davon kennenlernt. Dennwährend in China die Frauen möglichst abgeschlossen von der Weltgehalten werden, spielt das ganze japanische Leben sich in der breitestenÖffentlichkeit ab. Das liegt zum guten Teil auch an der B.mart derWohnungen. Zierlich wie die Menschen selbst, sind ihre Häuser, und