Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
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zwischen dem Kanzler und dem Jaren Alexander III. Feind-schaft zu stiften. Der große Kanzler berichtet darüber im 2.Bande seiner Gedanken und Erinnerungen, wie er diesen Ver-such bei einem persönlichen Zusammentreffen mit dem Zarenzu vereiteln wußte. Die ungewöhnliche geschäftliche Ge-wandtheit der Prinzessin Marie brachte Andersen später auchdie Verbindung mit Rußland . Für die Weltklugheit und dieeinfachen Umgangsformen der Prinzessin ist es bezeichnend,daß sie eines Tages unangemeldet am Kontor der Hamburg -Nmerika Linie derart inkognito erschien, daß der BureaudienerHerrn Ballin nureine Dame" melden konnte. Bezeichnendfür die Art der Prinzessin sind zwei Briefe an Ballin, die hierwiedergegeben seien:

17. 1. 1S04.

Mein verehrter Herr,

Hoffentlich entschuldigen Sie, daß ich Ihnen französisch schreibe, Liekönnen mir aber englisch antworten. Ich hatte eine Unterhaltung mitdem Direktor Andersen, der mir sagte, daß Ähre gemeinschaftlichenVerhandlungen zu nichts geführt haben, was ich persönlich sehr bedauerewie auch im Interesse der Lache. Äch bin sicher, daß, wenn diese neueGesellschaft nicht auf besondere Hindernisse gestoßen wäre, Ähre Ver-handlungen das erwünschte Resultat gehabt hätten. Es ist so bedauerlich,daß Herr Andersen sich mit so viel anderen Lachen zu befassen hatte;wenn Lie und er allein die Angelegenheit behandelt hätten und, wennes eine rein geschäftliche Angelegenheit gewesen wäre, wäre das Ab-kommen sicher sofort zustande gekommen. Vielleicht finden Lie undAndersen in einiger Zeit eine Grundlage, auf der Lie zusammenarbeiten können. Ich lege persönlich sehr viel Wert darauf, eineEntente zwischen meiner Linie und der Ihrigen herbeigeführt zu sehen,damit Lie als gute Freunde nebeneinander Hand in Hand arbeiten