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Diesen Vorwurf hat er nie verwunden, und wenn die Leute, die damalsgegen ihn zu Felde zogen, auch darauf hinweisen können, daß dasSchiedsgericht, welches die Ansprüche des Reiches prüfen sollte, einenTeil dieser Forderungen als richtig anerkannt habe, so ist das eine un-zureichende Verteidigung. Denn klar ist nur geworden, daß Woermann.der allem Bureaukratismus abhold war und auch juristischen Rat beiAbschluß seiner Verträge nie in Anspruch genommen hat, bei diesenVerträgen mit dem Reich nicht diejenige Sorgfalt hatte walten lassen,welche in seinem Interesse notwendig gewesen wäre. Daß er das Reichübervorteilt und Riesengewinne sozusagen aus der Not des Reiches ge-zogen habe, wird durch die Tatsachen auf das schärfste widerlegt. Erhatte sich der Aufgabe, die Kriegstransporte zu besorgen, mit der ihmeigenen Großzügigkeit gewidmet, und hat diese Aufgabe glänzend ge-löst. Um diese unübertreffliche Leistung durchführen zu können, hatteer seine Flotte um eine große Zahl von Schiffen verstärkt, und die Folgedavon war, daß nach Erledigung der Aufgabe Woermann selbst ein-sehen mußte, daß er seine Kräfte überschätzt hatte. Die Tarife, welcheWoermann mit dem Reiche vereinbart hatte, sind damals von meinemverstorbenen Kollegen, dem Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd,Dr. Wiegand, und von mir selbst als durchaus angemessen begutachtetworden, im Gegenteil, wir beide haben erklärt, daß unsere Gesell-schaften zu diesen Sätzen die Leistungen, welche Woermann übernommenhatte, nur mit einer geringen Anzahl von Expeditionen übernehmenwürden. Woermann hat alles andere bewältigt, und sah nach Ab-schluß dieser gewaltigen Leistung sich genötigt, einen Teil der übergroßenLast, welche er dadurch aus seine Schultern geladen hatte, auf dieHamburg-Amerika Linie überzuleiten.
,2ein eiserner Wille wäre auch ohne diese Mitwirkung mit derLache sertiggeworden. Inzwischen hatte man aber angefangen, ihnmit Kot zu bewerfen, und als die Regierung offiziell Stellung gegenihn genommen hatte, trat bei ihm jene Verbitterung ein, von welcherich vorhin gesprochen habe. Alle, welche ihm während der letzten