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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
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Kajütetrug" das Schiff, d. h. sicherte seine Rentabilität. Darumwurde bei ihrem Bau und ihrer Einrichtung alles getan, wasnur erfunden werden konnte, um dasKajütspublikum anzuziehen.Der Bau dieser Schiffe war eine gewaltige Leistung der deutschenTechnik, mit Stolz konnte der Senior der Firma BlohmLVoßbei dem Stapellauf derVaterland" sagen, daß es das größteSchiff der Welt sei, gebaut auf dem größten Helgen, daß esunter dem größten Kran seine Ausrüstung erhalten und imgrößten Schwimmdock gedockt werden würde! Ein Höhepunktim Leben Ballins und seiner Gesellschaft war der Stapellaufdes dritten und größten Schiffes, desBismarck", das dieEnkelin des Fürsten taufte, in Wirklichkeit der Kaiser. Denndie Flasche Schaumwein, die dasSchifftaufen" sollte, zerschelltenicht, als sie von der Hand der jungen Dame in Bewegunggesetzt wurde, und dann warf sie der Kaiser mit kräftigem Schwunggegen den Steven des gewaltigen Schiffes. Es war immer einerder Herzenswünsche Ballins auf politischem Gebiete gewesen,auch die letzte Erinnerung an den unseligen Zwist zwischenKaiser und Kanzler zu tilgen, soweit es möglich war. DemAndenken des Fürsten , den er glühend verehrte, das größteProdukt seiner Arbeit zu weihen, war ihm eine große Freude,daß der Kaiser dem gern zustimmte, eine noch größere. Wiesehr hatte er die unglücklicheRegie" bedauert, die bei demersten Besuche des Kaisers nach der Enthüllung des Bismarck-Denkmals in Hamburg den Kaiser bei dem Denkmal vorbei-sührte, ohne ihn es besichtigen zu lassen! Das müsse jaden Ein-druck erwecken, als wenn der Kaiser absichtlich vorbeigefahrenwäre.Hätte ich dem Kaiser vorher nur ein Wort sagen können,