mehr mitkommen, und wenn sie nicht noch die Macht des Kapitals hätten,und wenn nicht ein Ltrom Goldes sich immer noch aus den großenKolonien in das kleine Mutterland ergösse, so wären sie infolge ihrergesättigten und konservativen Lebensgewohnheiten bald für uns im Wett-bewerb auf dem Weltmärkte eine „quantite neZIiZeable".
»Die Kapitalmacht und die vorzügliche ausländische Politik, welchesie in jahrhundertealter Lchulung betreiben, zieht ihnen natürlich immerGeschäfte ins Land, die unseren höchsten Neid (ist Neid nicht eine derNationaleigenschasten der Deutschen ?) erregen müssen/
Bis Mitte 1911 blieb die Stimmung freundlich. Ballinberichtete darüber Anfang Juli:
»Die Ltimmung, soweit sie in der City von London zum Ausdruckkommt, ist gegenwärtig eine durchaus deutschfreundliche. Der Besuchunserer Majestäten anläßlich der Enthüllung des Victoria-Denkmals(Frühjahr 191 t) hat einen außerordentlich sympathischen Eindruckhinterlassen, einen Eindruck, der noch verstärkt worden ist durch die Teil-nahme unseres kronprinzlichen Paares an den Krönungsseierlichkeiten.Unser Kaiser ist tatsächlich heute eine der populärsten Persönlichkeitenin England , und der Gedanke an eine politische Verständigung mitDeutschland hat gegenwärtig in England in allen Kreisen eine großeResonanz/
Die oben erwähnte Neigung zur Verständigung wurde imweiteren Verlaufe des Jahres doch überschattet und zurück-gedrängt durch die neue Ausrottung der Marokko -Affäre mitder Entsendung des „Panther" nach Agadir , die neue Schwie-rigkeiten mit Frankreich brachte und im Verfolg davon auchmit England . Die letzteren bekundeten sich namentlich durcheine scharfe Rede Lloyd Georges im Juli 1911, dieim wesentlichen darauf hinauslief, daß England es nicht zu-geben könne, daß es in Fragen, die seine Lebensinteressen be-