Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
234
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rührten, in einer Weise behandelt werde, als wenn es nichtmehr existiere. Das gab wiederum der konservativen Oppo-sition in Deutschland Anlaß zu sehr scharfen Angriffen gegenHerrn v. Bethmann und auch gegen England , gegen das Herrv. Heydebrand das Lchiller'sche Wort von der nichtswürdigenNation zitierte, die nicht ihr Alles an ihre Ehre sehe. Auchverstimmte bekanntlich der Ausgang der Lache mit dem deutsch -französischen Kongo-Abkommen in Deutschland sehr, weil dermaterielle Erfolg den großen Auswand kaum lohnte und ganzsicher nicht die Möglichkeit, durch denPanther-Sprungs ineinen großen Krieg verwickelt zu werden.

Wie groß damals in den internationalen Wirtschastskreisendie Lorgen waren, geht auch aus dem nachstehenden Briefhervor, den Ballin damals an den Staatssekretär vonKiderlen-Wächter richtete. Man muß bei ihm etwaszwischen den Zeilen lesen:

Der Baron Leopold Rothschild aus London telegraphierte mir so-eben, daß nach den Nachrichten, welche er von den Pariser Rothschildsheute empfing, man in Paris sehr enttäuscht sei darüber, daß in dernoch nicht in den Details bekannten deutschen Antwort wichtige Fragenin der Schwebe geblieben sind. Die Stimmung im Publikum fangeaber an bedrohlich zu werden, und eine möglichst schnelle Einigung seideshalb im allseitigen Interesse erwünscht.

Ich hielt es für meine Pflicht, Ihnen von dieser Äußerung Kennt-nis zu geben.llnlee it kor vlrnt it is vortlr".

Daß man hier, wie wohl überall in Deutschland, mit wachsenderSorge auf die Entwicklung der Dinge blickt, brauche ich Eurer Exellenzja nicht zu sagen. Insoweit deckt sich also der Wunsch der deutschenNation wohl mit dem Wunsche der französischen.