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und uns an andere sorgsam erinnern, die ein Grund zur Kon-troverse in den letzten sechs Zähren gewesen sind. Wir müssenaufhören, uns selber als beauftragt zu betrachten mit der Mis-sion, das Gleichgewicht in Europa umzustell en. Wir müssennicht allgemein davon sprechen, als wenn wir über einen Kriegim großen Ltil auf dem Kontinent nachdächten und uns dafürrüsteten. Jeder Krieg mit irgend einer Macht würd» natürlichzur Folge haben, daß wir unsere gesamten Ltreitkräfte zuWasser und zu Lande in der Weise gebrauchten, die am meistenErfolg zu versprechen scheint, und wenn wir unglücklicherweisemit Deutschland zum Kriegs kämen, müßten wir natürlich unsfür berechtigt halten, unser Heer sowohl wie unsere Flotte zuverwenden, wenn wir das für zweckmäßig hielten. Aber esist sehr wünschenswert, daß wir allen unseren Nachbarn klarmachen, daß unser Wert als Freund oder Feind hauptsächlichauf der Lee liegt, daß, was wir für den einen oder gegen denanderen tun können, in erster Linie durch unsere Flotte bestimmtwird und nicht durch unser Heer, und daß die Aufrechterhaltungunserer Flotte ein Ziel ist, von dem wir durch keinen Traummilitärischen Ruhms abgelenkt werden. In dieser Hinsichtmag Rivalität zwischen uns und einer der großen Militär-mächte bestehen, es sollte aber keine Bitterkeit und keine Feind-schaft vorhanden sein. Wir sollten einfach das tun, was ganzEuropa anerkennt, daß wir tun müssen, und unsere vertrag-lichen Verpflichtungen würden nicht mit Deutschlands Politikkollidieren, es sei denn, Deutschland würde feindliche Angriffs-pläne haben, was es auf das energischste bestreitet. Alsdannbleibt immer die Möglichkeit von Verständigungen zwischen