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schäftigen, was wir unsererseits tun können, um die Ursacheoder den Vorwand für irgend ein ehrlich gemeintes Miß-verständnis zu beseitigen, das man in Deutschland mit Bezugauf unsere Leemacht hegen kann.
Indem wir für die Zwecke unserer Darstellung die Analogiemit Rußland annehmen, die ich eben einem Deutschen in denMund gelegt habe, können wir als erstrebenswertes Ziel imallgemeinen den Wunsch festlegen, zu Deutschland nicht in die-selbe Position zu kommen, die wir früher Rußland gegenübereinnahmen. Im Lichte späterer Ereignisse kann nichts kost-spieliger oder fragwürdiger erscheinen, als der dauernde Rei-bungszustand, der zwischen Rußland und uns 40 Jahre langbestanden hat. In all diesen langen Jahren waren wir fürRußland und Rußland für uns in jedem Ltück der Lchurke,und schließlich verwarf unser Premierminister diese ganze Po-litik als ei n »Sehen auf das falsche Pferd". (Anmerkung desKaisers: Tkst i§ nbal Lnglsnä das been äomg fortbe last 7 ^esrs.) Es mag daran erinnert werden, daß Ruß-lands Klagen über uns genau dieselben waren, die man jetztin Deutschland hört, daß wir Rußland von der Lee abschnittenund vermittelst unserer Flotte in allen Teilen der Welt seinnatürliches Wachstum und seine Ausdehnung eindämmten.Die Analogie ist natürlich nicht ganz genau, aber sie ist genaugenug, um ein Beispiel und eine Warnung abzugeben.
Wenn wir die Lache von einem rein egoistischen Gesichts-punkte aus betrachten, können wir eine allgemein gehalteneProposition aufstellen. Auf die Länge der Zeit ist es für unsgefährlicher, berechtigte deutsche Ambitionen zu unterdrücken,
Huldermann, Ballm 16