Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen
 

252

Die in diesem Brief enthaltenen Darlegungen wurde ichbeauftragt, mündlich noch weiter zu erläutern bei der Über-reichung der folgenden Note der deutschen Regierung an LirErnest Cassel zur Weitergabe an die englische Regierung:

Wir sind bereit, die Aussprache in freundlichem Zinne fort-zusetzen. 2n der Frage der Zlottennovelle, die zu einer Diskussion derbeiderseitigen Flottenpläne führen wird, ist ein Entgegenkommen gegen-über den englischen Wünschen möglich, wenn wir gleichzeitig ausreichendeBürgschaften für eine uns freundliche Grientierung der englischenPolitik erhalten. Die Vereinbarung würde zum Ausdruck zu bringenhaben, daß beide Mächte übereinkommen, an keinen Plänen, Kom-binationen und kriegerischen Verwicklungen teilzunehmen, die gegen einederselben gerichtet sind. Ein solches Abkommen würde gleichzeitig eineVerständigung über die gegenseitigen Rüstungsausgaben ermöglichen.

In der Annahme, daß England sich in diesem Gedanken mit unsbegegnet, würden wir es mit Freude begrüßen, wenn ein englischerMinister zunächst zu privatem vertraulichen Meinungsaustausch nachBerlin käme."

Mit dieser Note reiste ich noch am Abend des 4 . Februarnach London ab, wo ich am folgenden Abend eintraf und michsogleich zu 2ir Ernest Cassel begab. Aber unsere Unterhaltungund das Ergebnis des Besuches habe ich damals folgendesfür Herrn Ballin aufgezeichnet:

Die Note. die ich überbrachte, befriedigte unseren Freund zunächstnicht. Er meinte, es hätte nichts weiter bedurft als einer kurzen Er-klärung:Ja, wir sehen einen kair prospect!" Diese Antwort seizwar lang, aber ausweichend. Von dieser Ansicht kam er allerdingsim Laufe unserer mehr als zweistündigen Unterhaltung zurück. Ich wiesihn darauf hin, daß der AusdruckWir sind bereit, die Aussprachein freundlichem Zinne fortzusetzen" nach meiner Ansicht die Erklärung