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enthalte, daß man deutscherseits einen ,ksir progpect« sehe, mehr alsein freundliches Entgegenkommen könne man doch von der deutschen Regierung nicht verlangen. Unser Freund sagte ferner, der BesuchHaldane's in Berlin habe nach seiner Auffassung den Zweck, durch einMitglied des Kabinetts sich die Gewißheit zu verschaffen, daß in Berlin wirklich eine freundliche Geneigtheit bestehe, zu verhandeln; das müsseman positiv wissen, ehe Drey und Churchill herüberkämen; wenndiese kämen, würden sie unverrichteter Dinge nicht wieder abziehen.Unser Freund betonte dabei immer, daß er nur seine persönlichen An-sichten wiedergebe; er sprach aber offenbar mit der größten Autorität.Die neue deutsche Zlottennovclle mit drei Dreadnoughts bedeute eineneue starke Rüstung, die England parieren müsse und werde. LeiDeutschland aber bereit, über sein bisheriges Programm nicht hinaus-zugehen, werde England erfreut sein, seinerseits Ersparnisse machen zukönnen. Die von mir angedeutete deutscherseits bestehende Befürchtung,daß England seinerseits eine Bindung Deutschlands zu starken, von unsnicht mehr einzuholenden Rüstungen benutzen könnte, bezeichnete unserFreund aus dem vorerwähnten Grunde als unmöglich, indes machteich ihn auf die nachdrücklich betonte Notwendigkeit einer Bindung auchdes englisches Programms noch besonders und wiederholt aufmerksam.Die frühere Idee der Festlegung eines bestimmten Ltärkeverhältnissesder beiden Flotten zueinander goutierte er anscheinend nicht oder nichtmehr; wenn man in eine Diskusion der (Quoten hineinsteige, verliereman sich in Einzelheiten. Er zeigte sich immerhin im Lause des Abendsnicht mehr so völlig abgeneigt, auch dies zu diskutieren. Das Wesentliche,darin stimmte er zu, sei ein freundliches politisches Verhältnis und wenn,wie ich meinte, Deutschland Grund habe, sich in vielen Fällen überenglischen Widerstand gegen berechtigte deutsche Expansion zu beklagen,so könne man nichts Besseres tun, als Punkt für Punkt, Erdteil fürErdteil durchzusprechen, wie man es seiner Zeit mit bestem Erfolg in denenglisch -französischen Verhandlungen getan habe. Gegen den Wunscheiner Abrundung unseres Kolonialbesitzes und nicht Übergängen zu