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werden bei einer Verteilung dessen, was auf der Welt noch zu habensei, habe England nichts.
«2n der Frage der Neutralitätserklärung fand er schließlich diedeutsche Note akzeptabel, indem er sich streng an den Wortlaut hielt.Es sei ein Unterschied zwischen solchen Erklärungen, meinte er, mankönne ja auch vielfachen Linn in die Worte hineinlegen. Da ich ver-mutete, daß er hierbei an die Bindung Englands gegenüber Frankreich dachte, fragte ich weiter und bat um eine Erläuterung des Neutralitäts-begriffs. Er drückte sich sehr vorsichtig und wieder mit allem Vorbehaltaus. Was er im Linn hatte, ist Folgendes. England hat Verträgemit Frankreich, Rußland und anderen Ltaaten, die es zur Neutralitätdem anderen Kontrahenten gegenüber verpflichten, aber nicht für denFall, daß dieser letztere einen Angriffskrieg führt.
»Das heißt auf zwei praktischeZälle angewandt: In der Marokkofragehätte im vorigen Lommer ein Abkommen, wie es jetzt gemacht werdensoll, England nicht gehindert, in einem Krieg zwischen uns und Frank-reich für letzteres Partei zu nehmen, weil in diesem Falle nach seinersehr bestimmt vorgetragenen und begründeten Ansicht Deutschland deraggressive Teil war. Hätten wir dagegen im Fall des türkisch -italienischenKrieges Italien die Freundschaft gekündigt und für die Türkei Parteigenommen, hätte England das nicht benutzen dürfen, mit Italien gegenuns zu konspirieren.
«Bei meinem zweiten Besuche erklärte mir Lasse! übrigens mitstarker Bestimmtheit — er hatte sich in der Zwischenzeit zusammenmit seinem Freunde Haldane offenbar ein sehr bestimmtes Urteil gebildet— wir könnten alles haben, was jene anderen Mächte von England bekommen hätten, aber mehr nicht, und das Versprechen einerloyalen Politik — «und daß wir gute Freunde sein können, haben wirdoch Frankreich gegenüber gezeigt", fügte er hinzu.
«Übrigens plädierte er den englischen Llandpunkt in einer sehrinteressanten Weise. England habe früher Großes geleistet, in denletzten Jahrzehnten sei es infolge seines großes Reichtums zurückge-
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