Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
261
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Ballin führte dann weiter aus, daß die deutsche Flotten-vorlage nach und nach auf ein Minimum heruntergedrücktworden sei, daß man weniger nicht mehr einbringen könne.Denn man könne und dürfe natürlich nicht das Gefühl erwecken,als ob auf Einsprüche Englands große Änderungen eingetretenseien. Zum Schluß bat Ballin seinen Freund nach London zureisen, um weiteres festzustellen, und erbat sich auch, selbernach London zu kommen.

Aber meine Unterhaltungen mit Sir Ernest Cassel , die am9. und 10. März 1912 inMarseille stattfanden, habe ich wiefolgt berichtet:

»Unser Freund kam mit etwa vierstündiger Verspätung an,empfing mich aber noch um 10 Uhr abends. Ich erzählte ihmdie Geschichte meiner Reise und gab ihm mündlich den Inhaltdes Briefes von Herrn Ballin wieder. Als ich bis zu demPunkte gekommen war, daß Grcy Metternich gegenüber neueEinwendungen erhoben habe, und seitdem die Sache ins Stockengeraten sei, man in Deutschland nichts mehr gehört habeunterbrach mich unser Freund mit der Bemerkung, daß seitdemvon englischer Leite ein Memorandum überreicht worden seimit den Beanstandungen, die man an der deutschen Flotten-vorlage zu machen habe. Diese sei seines Wissens der einzigeStein des Anstoßes, das gehe auch aus einem Brief hervor,den er unterwegs von Haldane erhalten habe.

»Auf meine Bemerkung, Herr Ballin habe in einer An-merkung zu seinem Briefe die Befürchtung ausgesprochen, daßausländische Einflüsse störend wirkten, erwiderte unser Freund,das sei sicher nicht der Fall. Frankreich sei ja mit England