Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
272
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Verständnis mit England interessiert, wie sie damals auf Grunddieser Kolonialverhandlungen bestanden, dem sei eine 191Zbei Puttkamer L Mühlbrecht in Berlin anonym erschieneneSchriftDeutsche Weltpolitik und kein Krieg" empfohlen. Siehatte den damaligen Vertreter der Kölnischen Zeitung in London ,Dr. Plehn, zum Verfasser und geht auf Kühlmann'scheInspiration zurück.

Auf eine Episode, die in den Schluß des Jahres 1912fällt, möchte ich hier noch kurz eingehen, weil sie in der deutschenÖffentlichkeit bereits besprochen worden ist, zuletzt in denSüd-deutschen Monatsheften" im Juni 1921 bei Besprechung vonBerichten des Grafen Lerchenfeld, bayerischen Gesandten inBerlin . Es wird darin ein Vorfall erwähnt, den der Kaiserin einem Briefe an Ballin vom iz. Dezember 1912 be-spricht. 2 n diesem Briefe äußerte sich der Kaiser unter Bezug-nahme auf die jüngst hervcrgetretcne österreichisch-serbischeSpannung in charakteristischer Weise über die deutsche Po-litik in bezug auf Österreich . Als die Beziehungen zwischenWien und Petersburg einen ernsteren Charakter angenommenhatten, nachdem erkannt worden war, daß Serbiens Haltungauf der Hoffnung auf Anterstützung seitens Rußlands beruhten,sei für Deutschland die Möglichkeit eingetreten, daß wir Wien zu helfen haben würden.

Denn, so heißt es weiter, die slawischen Antertanen inÖsterreich waren sehr erregt geworden und konnten nur durchenergisches Auftreten der Gesamt monarchie gegen Serbien in Ruhe gehalten werden. Österreich stand am Wendepunkt,