Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
327
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Z27

zu tun. Eine englische Revanche-Ädee würde dagegen der Zukunftunserer Volkswirtschaft und unseres Anteils am Weltverkehr ganzaußerordentlich abträglich sein.

Ich habe schon lange den Eindruck gehabt, daß die Zeit der Aber-Dreadnoughts zur Neige geht, und ich habe mal Herrn Admiral vonMüller gefragt, ob es denn nicht denkbar wäre, daß man ein Zlotten-abkommen in der Jorm diskutiere, daß lediglich die Summe Geldes fest-gesetzt wird, welche jede der beiden Regierungen für die Zwecke ihresKriegsschiffbaus jährlich ausgeben wolle, und daß es jeder der vertrag-schließenden Parteien überlassen bliebe, über welchen Typ von Kriegs-fahrzeugen sie die vereinbarte Summe verteilen will.

England kämpft in ebenso hohem Maße, wenn nicht in noch höherem,um seine Existenz wie wir. Die Existenz Englands als Weltmacht istaber abhängig von einer mindestens numerischen Überlegenheit seinerIlotte.

Ich bin überzeugt, daß immer vorausgesetzt, daß es uns gelingt,Frankreich und Belgien zu Boden zu ringen Englands Forderungenmit Bezug auf die Überlegenheit im Zlottenbau sehr mäßige sein werden,und ich kann von meiner Ansicht nicht loslassen, daß ein. faires Ab-kommen mit Bezug auf den Kriegsschiffsausbau für Deutschland ebenso wichtig ist wie für England .

Der gegenwärtige Zustand stellt eine Schraube ohne Ende dar underzeugt einen Zündstoff in England , der uns nie zu einer sicheren Ver-ständigung kommen läßt.

.Und der weitere Verlauf des Krieges? Ich hoffe, liebe,

verehrte Exzellenz, daß Sie die Flotte nicht einsetzen werden. Daskürzlich wiederaufgetauchte, mir allerdings nie entschwundene Wort:»Tlre kleet in bein§" serviert Ihnen alle bezüglichen Erwägungenin einer Nußschale.

Die Flotte ist in meinen Augen nie etwas anderes gewesen, unddarf nichts anderes sein, wie die unerläßliche Reserve einer gesundenWeltwirtschaft. Und ebensowenig wie ein gewissenhafter Direktor die