Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
342
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befreit, die früher viel zu sehr gefurchtste Vormachtsstellung Rußlands auf dem Balkan gebrochen. Es fehlt also nur noch eine glücklicheVollendung des Krieges gegen Italien, um den Krieg für österreichisch-ungarische Interessen beendet zu sehen.

Bei Tisza sowohl als auch in der österreichischen Gesellschaft fandich eine stark ausgeprägte anglophile Stimmung. Auch dieFrau Schratt, welche in solchen Dingen doch nur ein Echo des altenKaisers ist, schien sehr englandfreundlich und sprach über die deutschenGrausamkeiten.

Ich erwähne das hier, weil ich mich von dem Eindruck nicht loslösenkann, daß einige freundliche Fäden während des Krieges von England nach Österreich gesponnen worden sind/

Das Thema des rücksichtslosen Ubootkrieges, dasBassin bereits in dem oben wiedergegebenen Briefe an denKaiser im Januar 1916 berührt hatte, wurde im Laufe diesesJahres immer lebhafter erörtert, und es wurde von bestimmterLeite eine immer stärkere Propaganda dafür entfaltet. Bassinhat bereits in einem Briefe vom i o. Mai 1916 an einen ihmbefreundeten Herrn im Hauptquartier sich eingehend dazu undnamentlich zu den Konsequenzen eines Eintritts Amerikas inden Krieg geäußert. Er schrieb darüber:

.»Sie wünschen, daß ich über die politischen und wirtschaft-lichen Verhältnisse, wie sie sich in meinem Hirn spiegeln, Ihnen einigesmitteile. Das will ich gem tun!

Die amerikanische Gefahr scheint ja (vorläufig wenigstens)beseitigt zu sein. Ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen zuAmerika wäre im gegenwärtigen Stadium geradezu verhängnisvoll fürdas Deutsche Reich gewesen. Weil militärisch der Krieg für uns alsgewonnen angesehen werden könnte, mußte eine solche Katastrophe jetztunter allen Umständen ferngehalten werden. Praktisch kann man wirklichsagen, daß der Krieg, soweit es sich um die militärische Kraftleistung