Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
389
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Z89

Namen ^zu verschönern^. Von jemandem, der das letzteregetan hatte, sagte er mit bitterer Kritik:Er beschimpft seinenVater/

Das Verhältnis Ballins zu den Arbeiterkreisenund den Arbeitnehmerfragen ist auch nicht das gewesen, dasman in der sozialistischen Presse geschildert hat, namentlich inder Zeit, als die Wogen des Kampses hoch gingen und Ltreik-bewegungen im Gange waren. Der erste große Streik in BallinsBereich war der Streik der Hamburger Hafenarbeiter im Jahre1893. Er entstand um Lohnfragen, die die Packetfahrt ver-gebens durch eine Lohnerhöhung abzubiegen versuchte. DieFührung in dem dann abgebrochenen Kampf war auf feitender Arbeitgeber nicht in den Händen der Reederkreise allein,sondern in Händen des großen Hamburger Arbeitgeber-Verbandes, und wurde infolgedessen nicht etwa allein durchNützlichkeitsgesichtspunkte vom Standpunkte der Lchiffahrts-kreise aus beherrscht. Dagegen scheinen diese Nützlichkeits-gesichtspunkte bei der Leitung der Packetfahrt vorwiegend ob-gewaltet zu haben. Das geht schon daraus hewor, daß diePacketfahrt als einzige unter den großen Arbeitgebern sichvon vornherein für ein gewisses Entgegenkommen gegenüberden Wünschen der Arbeitnehmer einsetzte. Trotzdem sie, wieschon bemerkt, mit diesem Entgegenkommen auch durchdrang,brach am 18. November 1896 der große Streik aus, zunächstein Streik der Schauerleute, dem sich alsdann die Kaiarbeiterund andere Kategorien der Hafenarbeiter und Seeleute an-schlössen. Nach Ausbruch des Streiks blieb die Packetfahrtmit weitereil Vorschlägen, die zum Zweck hatten, einen moäus