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sich wohl oft recht einsam gefühlt. Und dennoch blieb er, beiallem Zweifel am Erfolg, seiner Lebensaufgabe getreu und hofftegegen seine Ueberzeugung! Die heiße Liebe zu seinem Werklag in ständigem Kampf mit seinem Verstand, der ihm denUntergang des Reiches und damit der deutschen Schiffahrtprophezeite. Das ließ ihn auch nach außen hin widerspruchs-voll erscheinen. Wie sollte die Außenwelt es verstehen, daßder Mann, der mit dem größten Pessimismus dem Ausgangdes Krieges entgegensah, mit der größten Energie für dieDurchführung einer gesetzgeberischen Aktion kämpfte, die denWiederaufbau der Schiffahrt zum Zweck haben sollte und dochnur durchführbar erscheinen konnte, wenn das Reich, das dieMittel zum Aufbau liefern sollte, bestehen blieb! Es war derInstinkt des großen Kaufmanns, der ihn, wie durch sein ganzeserfolgreiches Leben, so auch hierbei geleitet hat, der Instinkt,der ihn immer neue Wege finden ließ, wo die alten versagten,auch jenseits der verstandesmäßigen Ueberlegung, der ihn auchnicht die praktische Konsequenz aus dem Worte ziehen ließ,das wir oft im Kriege gesprochen haben: »Wenn das Reichuntergeht, gehen wir auch unter, wenn das Reich bankerottist, sind wir es auch!" Die Ereignisse haben dieses WortLügen gestraft. Reiche gehen zu Grunde und Individuen,aber nicht die Völker und nicht der Verkehr, den ihre Bedürf-nisse und die geographische Lage erzeugen.
Und nicht die Lebensarbeit großer Männer, die ihre Spurenuntilgbar in das Antlitz der Welt gräbt. In allem Sturmund aller Not Deutschlands scheinen zwei Dinge sich doch zubewähren: Das poliüsche Einigungswerk Bismarcks und die