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der Geselligkeit halber, später, um auch diese Zeit nicht unge-nutzt zu lassen, versammelte er auf Reisen mittags und abendseinen kleineren oder größeren Kreis von Geschäftsfreundenum sich und war froh, wenn er in vorgerückter Abendstundesich der Geselligkeit entziehen konnte, um, wie er es nannte,in ruhiger Ueberlegung allein in seinem Zimmer die Gescheh-nisse des Tages zu überdenken und „den Tag ausklingen zulassen". Lein rastloser Geist und die Aeberanstrengung seinerNerven brachten ihm schon Ende der 90 er Jahre eine Lchlaf-losigkeit, die von da an bis zuletzt sein getreuer Gefährte inHamburg und auf Reisen blieb. Nur auf der Lee und aufseinem Landsitz verließ sie ihn, nur dort vermochte er ohne dieHilfe der im Laufe der Zeit immer regelmäßiger und in immergrößeren Dosen genommenen Schlafmittel Ruhe zu finden.Daß diese Schlafmittel sein Nervensystem nicht gänzlich zer-rüttethaben, läßt auf eine ungeheuer starkeKonstitution schließen,die erst der entsetzlichen Beanspruchung erlag, die der Kriegbrachte. Als er sein Lebenswerk zertrümmert sah und glaubte,nicht mehr die Kraft zu besitzen, ein solches Werk noch einmalvon vorn zu beginnen, brach auch seine ungeheure Nerven-kraft zusammen.
Die L orgen des Krieges, dessen Verlust er voraussah,lasteten schwer und schwerer auf ihm. So tapfer und aufrecht ersich nach außen zeigte, so trübe war oft seine Stimmung, wenner allein war. Wäre nicht der Trost gewesen, den die ihmdurch zz Jahre verbundene treue Lebensgefährtin, die geliebteTochter, die heranwachsenden Enkel ihm gewährten, so hätte er