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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
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waren ihm die fremdländischen Grden, die ihm in reicher Folgezuflössen, so gleichgültig, daß er die bei einem Einbruch ihmgestohlenen nicht einmal ersetzte. Schmerzlich vermißt wurdendagegen die bei der gleichen Gelegenheit abhanden gekommenenjapanischen Lchwertzierarten, ein durch großen Kunstwert her-vorragendes Geschenk desMarquis Jtofür die Vermittlungeiner Audienz beim Kaiser, von der Ballin sich eine dauerndeBefestigung unserer Beziehungen zu dem aufstrebenden Landedes Gstens versprach. In der Tat scheint es, als hätte einebessere politische Leitung für Deutschland das gleiche Freund-schaftsverhältnis zu Japan haben können, das später England zufiel. Lolche Erinnerungen, wie diese japanische, warenBallin als persönliche so wertvoll, daß er sich nicht davontrennen mochte, und auch dem Direktor des Hamburger Kunst-gewerbemuseums, Professor Brinkmann, dem hervorragendenKenner japanischer Kunst, der sich alle Mühe gab, sie für seinMuseum zu erlangen, einen Korb gab.

Auf den Reisen, die Ballin mindestens die Hälfte desJahres, häufig noch mehr, von Hamburg fern hielten, warsein Tagewerk um nichts leichter, häufig viel schwerer nochals zu Hause. Eine Konferenz reihte sich an die andere; Be-suche füllten den Rest des Tages aus. Die Fülle der Arbeitnötigte ihn, manchmal eine ganze Reihe schwieriger Fragenan einem Tage zu erledigen. Und zu den vorgesehenen Be-suchen gesellten sich zahlreiche unvorhergesehene, weil seineAnwesenheit irgendwo der Öffentlichkeit nicht entging. In-kognito zu reisen war für ihn ausgeschlossen. Wohin er kam,kannte ihn ja buchstäblich jeder Hotelportier. In jungen Jahren,