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anmutig. Er liebte ein behagliches, mit Bildern und Plaflikenguter Meister geschmücktes, von Musik und Geselligkeit be-lebtes Haus, freute sich an einem schön geschmückten und gutbesetzten Tisch.
Einer seiner alten Freunde schrieb mir, als ich ihm vonmeiner Absicht, eine Biographie abzufassen, Mitteilung machte,daß die Aufgabe des Biographen nicht leicht sein würde, unddaß der Biograph hoffentlich nicht vergessen würde, auch denliebenswürdigen „charmeur" zu zeichnen, dem Vallin so vielErfolge verdanke. Zum mindesten verdankt er dieser Eigen-schaft seine große Popularität. Wieviele Menschen sichwährend seines Lebens und nach seinem Tode, namentlichwenn es galt, irgend etwas bei der Gesells haft durchzusetzen,auf seine Freundschaft berufen haben, ist geradezu erstaunlich.Die Zahl war so groß, daß tatsächlich eine solche Berufung,und mit Recht, immer mehr ihren Zweck verfehlte, weil mangar zu oft von Ballin die Auskunft bekam: „Den Mann kenneich garnicht" oder „den Mann habe ich mal irgendwo getroffen,aber wo, weiß ich nicht mehr". Mit Recht konnte man sagen,daß er eine weltbekannte Persönlichkeit geworden war. Woer im Auslande auftauchte, nahmen die Zeitungen von ihmNotiz; besonders in New Bork, wo bekanntlich die Presse be-sonders aktiv ist, war es ihm nur mit Aufbietung aller Listund Tücke möglich, den Interviewern zu entgehen.
Seine große Stellung in der Öffentlichkeit brachte ihm eineFülle äußerer Ehren. So sehr er die vielfachen Auszeichnungen,die der Kaiser ihm zuteil werden ließ, als kaiserliche, persön-liche Geschenke mit Dankbarkeit und Freude aufnahm, so
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