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Das Geldwesen Frankreichs zur Zeit der ersten Revolution bis zum Ende der Papiergeldwährung / von Hermann Illig
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3. DER INTERVALUTARISCHE KURS.

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August und September 1793 stieg er allerdings; dieses Steigenwar aber so minimal, daß wir es ignorieren können.

Das große Steigen des Wechselkurses fiel vielmehr aufden Herbst 1792 und 1793.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1792 stieg derAssig-natenkurs in Paris und der französische Wechselkurs inHamburg über 10°/o.

Von Anfang bis Mitte 1793 fiel der Kurs an beidenPlätzen um etwa 50°/o.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1793 stieg er in Paris um etwa 25°/o, au einigen französischen Börsenplätzen umetwa 30°/o, in Hamburg sogar um etwa 50°/o.

Diese 3 auffälligen Erscheinungen, die bei nähererBetrachtung des französischen Wechselkurses sich zeigen, lassensich weder mit den genannten Strafdekreten, noch mit derQuantitätstheorie vereinbaren, und dies um so weniger, alswährend des ersten Steigens des Kurses eine Vermehrung derAssignaten um etwa 900 Millionen livres stattfand und währenddes zweiten Steigens sogar eine solche von über 1 Mil-liarde livres.

Von 1794 ab fiel allerdings nur noch der Wechselkurs.Mau hatte den Betrag von 0 Milliarden livres erreicht undfuhr beständig mit der Vermehrung der sich im Verkehrbefindenden Staatsnoten fort. Es fand nur noch ein Fallendes Wechselkurses statt und zwar ohne Unterbrechung, so wiedie Quantitätstheorie es verlangt.

Die neue Entwickelung des Wechselkurses begann Ende1792. Um diese Zeit brach Frankreich, wie schon kurzerwähnt, mit fast allen Kulturländern den Handel ab, weil esmit ihnen Krieg führte. Der Wechselkurs konnte nur nochzum geringen Teile der Ausdruck von Handelsbeziehungen sein.Jetzt finden wir ein erstaunliches den Anhängern desAssignatenkurses unerklärliches Schwanken des Wechsel-kurses. Es war der Ausdruck von exodromischen Maßnahmenim weitesten Sinne, die unmittelbar auf das Ausland zu wirken