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KAPITEL V.
es sofort, häufig bei den ausserhalb des Thaies gelegenenMühlen gegen Mehl um. Auch sie erleiden dadurch einenkleinen Verlust.
Das Mehl wird nach Angabe desselben Müllers imWeilerthal in drei verschiedenen Sorten gemahlen, derengrössere oder geringere Feinheit und Weisse durch ein mehroder minder häufiges Durchmahlen des Kornes erzielt wird.Das Produkt, welches als Rest des ersten Mahlens zurück-bleibt, die Kleie, bildet etwa , /io des Volumens des ganzenGetreides, und ein gleicher Antheil entfällt auf den Gries,den feinkörnigen Rest eines späteren Durchmahlens. Eswerden 5—6 Pfd. Gries vom Sack Korn gewonnen.
Die fruchttragenden Aecker des Thaies liegen zumgrössten Theil an den Bergabhängen während die Thalsohlevon Wiesen eingenommen ist. Dies erschwert die Bestellungdes Landes ganz beträchtlich; die Einsetzung des Pflugeswird hier meistens zur Unmöglichkeit, und an seine Stellemuss Karst und Hacke treten. Auch das Düngen der Aeckerwird durch ihre Lage sehr erschwert, die Stelle des Mist-wagens nimmt hier der Rückkorb ein. Der Wagen führtden Mist nur bis an den Puss des Abhanges, gewöhnlichaber wird dies Geschäft mittelst eines Karrens oder gareines Rückkorbes besorgt. Am Bergabhang wird ein Ge-stell aufgepflanzt, welches denen sehr ähnlich ist, die in un-sern Schulen zum Anlegen der grossen Tafeln dienen. Aufdieses wird nun der Rückkorb gestellt und mit Mist gefüllt.Von diesem Gestell wandert der Korb dann auf den Rücken,und wird so auf den Acker hinauf getragen.
Die abhängige Lage der Aecker hat aber weiter dasUebel im Gefolge, dass jedes Jahr ein Theil des Grundeshinabgeschwemmt wird. In jedem Frühjahr liegt daher demLandmann die mühselige Aufgabe ob, diesen Grund wiederhinauf zu tragen. Zu diesem Zweck werden in dem tiefstenTheil des Ackers ein oder zwei etwa einen Meter breiteStufen ausgehauen, und die Erde in gleicher Weise, wie derMist hinaufgeschafft. Im Laufe des Jahres wird diese Stufedurch das nachfallende und nachgeschwemmte Erdreich wie-der ausgeglichen.