LANDWIRTSCHAFT UND VIEHZUCHT.
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Kartoffeln sollen eine reichere Ernte und schmackhaftereFrüchte geben. Dem gegenüber steht nun die Thatsache,dass die meisten dieser Triescher nur eine ein- bis zweijährige,keine aber eine längere als eine dreijährige Kultur vertragen.Eine lange Reihe von Jahren muss dann vergehen, ehe dieAusnutzung des Bodens von Neuem eintreten kann. DerGrund hierfür liegt wohl in der Art der Düngung dieserLänder. Das Verbrennen der Pfriemen und Wasen hat zurFolge, dass alle verbrennlichen Stoffe der Pflanzen, vornehm-lich also der ganze Stickstoff verloren geht, und nur die uu-verbrennlichen, mineralischen Bestandtheile derselben, insbe-sondere die Kalisalze Zurückbleiben. Diese nun bewirken,dass die angebauten Pflanzen einen starken Reiz erhalten,in Folge davon sehr gut gedeihen, damit aber auch demBoden allen Stickstoff, der ihm im Laufe der Jahre durchdie Begrasung aus der Luft zugeführt worden war, vollstän-dig entziehen. Wenn nun aber gar, wie in St. Petersholz,mit den Pfriemen dem Boden auch die mineralischen Be-standteile entführt werden, wofür die Untergrabung desmageren Rasens keinen Ersatz zu bieten vermag, so kann esnicht Wunder nehmen, wenn die Kriiter daselbst derartig inihrem Ertrage abnehmen, dass die Gemeinde beschlossen hat,einen Th eil derselben mit Wald zu bepflanzen.
Sollte nun alles dies uns nicht das Urtheil aufdrängen,dass die Krüterwirthschaft des Weilerthaies ein grossartigerRaubbau ist. der so bald als möglich durch eine rationellereBewirtschaftung ersetzt werden müsse? Prüfen wir, obeine solche möglich, und ob, wenn dies der Fall, zweck-mässig wäre.
Das Mittel einer vernünftigen Benutzung des Bodensmüsste eine künstliche Vermehrung seines Stickstoffgehaltessein. Hier ist nun aber erstens zu bemerken, dass dasDüngen mit Mist bei der grossen Entfernung der Krütervon den Dörfern und bei ihrer steilen Höhenlage so viel Ar-beit und eventuell Kosten verursachen würde, dass dieselbendurch den Ertrag des wenn auch verbesserten, so doch im-merhin von Natur sehr wenig fruchtbaren Bodens kaum er-