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KAPITEL V,
setzt werden könnten. Die Fermiers allerdings, die oft ganzin der Nähe solcher Kriiter ihren Sitz aufgeschlagen haben,wären hierzu schon eher im Stande. Einen unter ihnen fandich auch, der sich dieser Mühewaltung unterzog; auch inBassenberg und Weiler hat man mit Verbesserung der Krüterdurch Düngung eine alljährliche Anbauungsfähiglieit der-selben erreicht.
Ich habe nun weiter die Ansicht äussern hören, esmüsste vortheilhaft sein, Pfriemen und Wasen, statt zu ver-brennen, unterzugraben und verfaulen zu lassen.
Allein dieser Verfaulungsprocess würde bei den Pfriemeneinen Zeitraum von mindestens 3 Jahren einnehmen. Eineso weitzielige Wirthschaft ist aber für den kapitalkräftigenLandmann ganz unmöglich. Der Werth der Krüter liegt ge-rade darin, dass sie den Armen für wenig Geld sofort einenErtrag liefern. Wäre man gezwungen, noch etliche Jahrenach der Ansteigerung und Bodenbearbeitung mit der Erntezu warten, so würden die Krüter die Funktion eines patri-monium pauperum nicht mehr erfüllen können.
Ueber die Kultur der Wiesen ist wenig dem Weiler-thal Eigenthiimliches zu sagen. Der Wasservorrath desThaies wird im Allgemeinen für ausreichend zur Bewässerungdes vorhandenen Wiesenständes gehalten. Man klagt dieLandleute eher an, durch Erzeugung zu viel künstlicherWasserläufe die Wiesen sauer zu machen.
Das Verhältniss der Wiesen zum Ackerland im ganzenKanton ist wie 1 : 2,65.
Der Weinbau im Weilerthal ist ein für elsässischeVerhältnisse ziemlich wenig entwickelter, woran die wenigwarme Gebirgslage die grösste Schuld trägt. Aus Tabelle IIist die Ausdehnung des Weinbaus in den einzelnen Ge-meinden ersichtlich. Hier fällt zunächst auf, dass die vierwälschen Gemeinden des südwestlichen Zipfels gar keineWeinberge haben — denn die 21 ar in Urbeis und die12 ar in Breitenau können nicht in Betracht kommen.Die Ursache hiervon ist leicht zu finden. Die Lage dieser