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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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LANDWIRTHSCIIAET UND VIEHZUCHT.

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Gemarkungen ist zu hoch, die Thäler zu eng, der Boden zuwenig fruchtbar. Den nächst geringsten Bestand an Wein-bergen haben Diefenbach, Gereuth und Thannweiler. Diegrösste Zahl weisen St. Petersholz, Erlenbach und Breiten-bach auf. Diese Thatsachen sind in höchstem Grade auf-fallend, denn siebeweisen ganz klar, dass die Wohlhabenheitund die bessere Lebenshaltung in einer Gemeinde mit demReichthum derselben an Weinbergen in ganz gleichem Ver-hältniss steht. Nur Meisengott mit seinen 60,50 ha Wein-bergen bildet bei seinen ärmlichen Verhältnissen, wie fastüberall bei solchen Parallelen, eine Ausnahme.

Meiner Ueberzeugung nach hat jener Parallelismus nichtallein seinen Grund in dem Umstande, dass der Weinbauviel einbringt, sondern auch darin, dass diejenigen Leute,welche sich häufiger den Genuss des Weines verschaffenkönnen, einen grösseren Trieb haben, ihre Lebenshaltung zuerhöhen.

Es werden gemeiniglich 2 Sorten von Trauben gebaut,die Bürgertrauben und die sogenannton Knipperle. DenDurchschnittsertrag in den Jahren 1879 1884 wolle manaus dem Anhang ersehen.

Worauf ich am meisten mein Augenmerk gerichtet habe,war hier wie überall bei den in diesem Kapitel behandeltenFragen, die Art und Weise zu erforschen, in welcher derlandwirtschaftliche Ertrag verwertet wird.

In Traubenform wird der Ertrag nur selten verkauft.Höchstens gehen hin und wieder einige frühreife Traubenmit anderem Obst über die Grenze nach dem grossen Obst-markt von St. Die . In Bassenborg kommt es auch vor,dass ähnlich wie die Leute beim Bäcker Brot gegen Korneintauschen, hier der Wein, der im Laufe des Sommers aufCredit bei dem Wirt entnommen worden ist, im Herbst mitTrauben abbezahlt wird.

Häufiger wird dagegen der Ertrag als Trester verkauft,und zwar entweder an die Gastwirte des Thaies oder anWeinsticher als Commissionäre fremder Firmen. Trester