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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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LANDWIRTSCHAFT UND VIEHZUCHT.

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bewirkten Rühren erwärmt, kommen sodann unter denselbenBalken wie die Nüsse, um schliesslich von einem grösserensteinernen Mühlsteine, der wie eine Walzein Drehung ver-setzt ist, ausgepresst zu werden. Die Rückstände zweierPressungen werden regelmässig noch einmal verarbeitet.

Bezüglich der Oelergiebigkeit sind die Angaben ausSteige und Grube verschieden. Hier soll die Pressung von201 Samen 810 selten 11 1, hier soll der Sack = 100 1nur 2580 1 Oel geben. Der Müller in Grube fordert fürdie Pressung 15 Sou, der in Steige 16 Sou. Ersterer hat1884 15 Pressungen ausgeführt, letzterer gegen 30 Tagelang Rapsöl bereitet, wobei auf den Tag zwei Sack kamen.

Das Oel wird in der eigenen Wirthschaft und zwarzur Beleuchtung oder an Stelle des Schmalzes verbraucht.Die Oelkuchen werden an das Vieh verfüttert.

Ausser den Obstbäumen bringen die Eichen- und Ka-stanienbäume (Kesten) einen reichlichen Ertrag. Sowohldie Gemeinden als auch eine grosse Anzahl von Privatenbesitzen ausgedehnte Waldungen dieser Nutzhölzer.

Ist ein Schlag Gemeindceichenwald zur Aberntungbestimmt, was gewöhnlich nach 20jährigem, in einigen Ge-meinden nach 30jährigem Wachsthum der Fall ist, so wirdzu Anfang des Jahres die Eichenlohrinde auf dem Stammversteigert. Der Steigerer hat die Bäume selbst umbauenund schälen zu lassen, und muss mit dieser Arbeit spätestensam 1. Juli fertig sein. Das abgeschälte Holz wird sodannals Brennholz versteigert, und zwar gleich darauf, da imJuli die Stöcke schon wieder auszuschlagen beginnen, dieArbeit im Walde dem Bestände daher nachtheilig werdenkönnte. Die Rinde wird theilweise nach Sclilettstadt, zumgrössten Theil aber nach der Gerberstadt Barr verkauft.Die Einnahmen der Gemeinden für dieselben sind oft rechtbeträchtliche. Es folgen hier einige Angaben über die imJahre 1883 erzielten Steigpreise. Zu bemerken ist hierbei,dass die Versteigerung von der Forstbehörde vorgenommenwird, welche vorher den Ertrag des Schlages und den Werthder Rinde schätzt. Letzteres geschah im Jahre 1883 gleich-