LANDWIRTHSCUAFT UND VIEHZUCHT.
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liclier Menge nach der Ebeue, insbesondere nach Schlettstadt und Barr.
Hierbei ist einer Kleinigkeit Erwähnung zu thun,welche wiederum beweist, wie genau der Produzent dioSitten und Geschmacksrichtung seiner Abnehmer kennenmuss. Unter den Iiebpfählen werden nämlich die Barrer unddie Schlettstädter Stöcke unterschieden. Der Markt vonBarr verlangt ganz starke, der von Schlettstadt dagegenschwächere Pfähle. Um dem Bedarf an letzteren zu genügen,werden daher oft starke Stämme in der Mitte gespalten, umdaraus zwei Schlettstädter Stöcke zu erhalten.
Eür das Hundert Rebpfähle werden gewöhnlich 25 fr.,selten nur 20 fr. eingenommen. Dieselben halten je nachihrer Länge 20, 15 und 10 Jahre im Boden aus. Die erstenbeiden Klassen werden erst nach 10 Jahren das erste Malaus dem Boden genommen, und ihr verfaultes Ende abge-hauen.
Mit diesem Zuspitzen wird so lange fortgefahren, bisdie Rebpfähle die Höhe des Weinstocks haben.
Auch diese Bodennutzung soll nach Beschluss einer Ge-meinde (Neukirch) fortan an Stelle des Hochwaldes treten.
Im Uebrigen liefert der Wald, von welchem 2716 hastaatlich und 2128 ha im Eigenthum der Gemeinden sind,dem Weilerthaler manche Vortheile. Er bezieht aus dem-selben sein Buchenholz zur Fabrikation der Holzschuhe, undsein Nadelholz zur Anfertigung der sogenannten Dach-schindeln.
Gegen Lösung eines Scheines darf er sich Raff- undLeseholz zum Preise von 0,20 Mk. für den Raummeter zu-sammensuchen. Kauft er sich einen Erlaubnisschein für1 Mk., so kann er eine Fuhre voll Stockholz (Wurzelstöcke),die er selbst ausgraben muss, dem Walde entnehmen, wobeiihn der Raummeter ungefähr 0,25 Mk. zu stehen kommt.Für eine Traglast selbst gerupften Waldgrases hat er 0,15,für eine Traglast Forstunkräuter 0,05 Mk. zu zahlen.
Endlich kann er von den Steinbeständen der Gebirgs-forsten Werksteine zu 2 Mk. den Raummeter und Bruchsteinezu 0,50 Mk. den Raummeter beziehen. Auch verschafft die